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Biography / Biographie / Biografie

1945

Taufe März 1945

10.08.1945 17.10.1945 17.10.1945

04.11.1945

1945 Weihnachten 1945 Weihnhachten

Am Abend des 26. 1. 1945 begleite ich Mutti auf ihrem schweren Weg, Dich heimzuführen. Dichte Schneeflocken umwirbeln uns. Es ist ein schöner, aber ernster Gang. Ich musste Mutti in ihrer Stunde allein lassen. Voll Bangen und Erwartung verbringe ich die Stunden des kommenden Tages.
Am 27. Jänner um 13.15 Uhr im Sanatorium Hansa in Graz mit einer Größe von 58cm und einem Gewicht von 3500g geboren. Nach den letzten Tagen der ängstlichen Vorfreude und unsicheren Wartens, bist Du mir gegeben, als ein Geschenk des Himmels! Daher nennen wir Dich vom ersten Tag an, unser Eugi! Wie Du groß und erstaunt in diese Welt blickst, ist für mich ein unendliches Glück.
Als Kriegskind muss er gleich in den ersten Labenstagen den Krieg zu spüren bekommen. Ein Großangriff am 30.1.1945 auf Graz zwang ihn auf einige Stunden in den Luftschutzkeller. Von da an gehgen täglich die Sirenen.
Durch die Taufe bist Du heute, am 10.2.1945, wiedergeboren und hast Dich durch Deinen Paten von der Finsternis losgesagt, um in das Licht Gottes einzutreten. Deine Eltern, Großeltern, Tante Paula und Dein Taufpate dürfen Zeugen dieses Geschehens sein. Es ist Nachmittag und die Sonne kämpft sich durch den Silberschleier des Wintertages, als Du in Deine Pfarrkirche getragen wirst. Ein wahrer Festtag für Dich und ein würdiger Anlass zur Familienfeier, die uns alle mit Freude erfüllt und uns aus der Unruhe der Kriegstage entrückt.
15.2.1945: Täglich hört man schon am Vormittag das Heulen der Sirene und in Hast und Angst müssen wir in den Schloßbergstollen. Ein eigener Kinderstollen nimmt die Kleinen auf. Stundenlang warten wir auf die Entwarnung und wenn es vorkommt, dass das Licht ausgeht, wissen wir, es fallen Bomben auf Graz! Einige Male kommt die Gefahr ganz nahe an unser Haus heran. Wenn wir um 3 oder 4 Uhr nachmittags aus dem Stollen können, geht es abends neuerlich los und in der Finsternis ist es doppelt schrecklich /
Die andauernden Alarme zwingen uns am 4.3.1945, die Stadt zu verlassen Diese erste Reise geht nach Birkfeld. Wüst sieht es auf dem Ostbahnhof aus, der eben an diesem Tag das Ziel der Bomben ist. Glücklich und ohne Alarm erreichen wir Birkfeld /
Das veränderte Klima tut Dir nicht gut und Du musst Brustfleck, Latschenöldämpfe und Wickel über Dich ergehen lassen, um die erste starke Verkühlung zu überstehen. Täglich überfliegen Dutzende von Bombern den sonst stillen Ort und ziehen ihre Kondenzstreifen am blauen Himmel. Leider verlieren einzelne auf ihrer Rückkehr von Wien und Niederösterreich auuch über steirischen Orten ihre todbringenden Bomben. Besonders beunruhigend sind die Nachrichten über Angriffe auf Graz /
In den letzten Tagen vor Ostern wird die Lage immer bedrohlicher. Schon während der Karwoche lagern durchziehende Truppen auf ihrem Rückmarsch in allen Stallungen, Wiesen und Feldern; der Ort wird zu einem Heerlager. Es überstürzen sich Alarmnachrichten, Militärfahrzeuge und Flüchtlingskolonnen. Selbst uns drohen schon die näherkommenden Kriegsereignisse oder die Flucht. Die Auferstehungsfeier ist eine Bittprozession. Dabei kümmert sich die Natur nicht um die Menschenereignisse; sie liegt wier ein Gegensatz in ihrer Frühlingspracht im Osterfrieden da. Die Osterfeiertage sind erfüllt vonh Unruhe und Nervosität: Es wird beraten, gepckt, Pläne geschmiedet und wieder umgestoßen; jeder handelt auf eigene Faust, was ihm gerade gut dünkt; dazwischen liegen Pausen der Ratlosigkeit. Von all diesen Sorgen weißt Du kleiner Erdenbürger nichts und verlangst pünktlich Deine Mahlzeiten. Durch Dich finden wir Zeit für Spaziergänge in der herrlichen Sonne /
2.April 1945: Die Russen bereitrs in Ratten; daher Evakuierungsbefehl in Birkfeld. Wir bekommen eine Einquartierung, abernicht lange, denn bald rüsten die Soldaten zur Abwehr und zum Rückzug. Als die Lage schon ganz bedrohlich wird, flüchten wir am 8.4. in die Haslau, in ein nettes Bauernhaus, das uns freundlich aufnimmt. Auch dieser Aufenthalt findet durch die Aufforderung, nach Trofaiach zu kommen, ein rasches Ende /
Mit einem Traktor treten wir am 11. April über Graz die Reise an. Noch einmal kann ich mit Dir in unsere Wohnung kommen, Vati sehen und sprechen, um dann ins grenzenlos Ungewisse hineinzufahren. Was für ein Bild bietet aber Graz? Überall werden in Eile Panzersperren, Schützengräben unjd Drahtverhaue zur Verteidigung gebaut. Es ist tzrostlos und als noch die russischen Flieger ohne Alarm ihre Bomben werfen, habe ich nur den einen Wusch, schon aus dieser Stadt zu sein. Der Traktor wartet in Gratkorn und so müssen wir schon um 4 Uhr Früh weggehen, um zur angegebenen Zeit dort zu sein. Doch welche Enttäuschung, als wir von einem Defekt hören udn wir 24 Stunden auf die Weiterfahrt warten müssen /
Unter ständiger Angst vor Fliegerangriffen gehtz am 13.4. die Fahrt über Bruck, Leoben nach Edling, wo wir in einem kleinen Wegmacherhäuschen Unterkunft finden. Eine überraschende Begegnung in Trofaiach mit Dr. Koren bringt in dieser Einsamkeit Trost und Freude. In dieser Woche beginnst Du auch die ersten Laute zu bilden /
Am 28.4. das erste Mal im Strampelanzug, das Körbchenwird bald zu kurz, die Haare wachsen und werden, wie wir es wünschen, blond! Vati berichtet immer von Graz: Dienst beim Volkssturm, viele Bombenangriffe, die Treffer kommen schon ganz knapp an unser Haus heran. Er verschanzt unsere Wohnungseinrichtung, denn der Russe ist schon in Gleisdorf und Graz rüstet zur Verteidigung / Ende April beginnt der Zusammenbruch mit dem Tode Hitlers. Auch bei uns merkt man den Zerfall der Wehrmacht /
Um Mitternacht vom 8. auf den 9. Mai Waffenstillstand. Einmarsch der Russen am 9. Mai 1945 in Graz. Post, Bahnhof und Straßenverkehr sind abgeschnitten /
Nach vergeblichem Warten auf den Einmarsch der Amerikaner, die schon ganz nahe stehen, kommt der Russe! An diesem Tag, dem 10.5., der von großen Aufregungen erfüllt ist, passiert es auch, dass durch siedendes Kocherl Dein Arm verbrüht wird. Durch die Ereignisse ist keine Telefonverbindung möglich, daher auch kein Arzt zu erreichen. Wir müssen bis zum nächsten Tag warten, um nach Trofaiach zu kommen, um Hilfe zu holen. In ständiger Angst vor den Russen, die alles überfluten, wagt sich kein Mensch auf die Straße. Trotzdem müssen wir mit Dir täglich zum Verbandwechseln. Dazu kommt noch Durchfall. Der Wunsch, nach Graz zu kommen, wird immer größer und am 16.5. höre ich, dass nun wieder ein Zug verkehrt. Das löst unerhörte Freude aus, doch ist es wegen dert Transportschwierigkeiten nichtz möglich, allein fortzukommen. So warten wir bis POfingsten und Samstag, dem 19.5., kommt Vati wohlbehalten an /Am Pfingstmontag, 21.5.1945, fahren wir heim! Schwer bepackt kämpfen wir um einen Platz in dem üßbervollen Zug. Das wiederholt sich in Leoben und Bruck beim Umsteigen. Die Fahrt geht planmäßig bis uns in Frohnleiten der Russe aufhält und 3 Stunden lang die Papiere aller Reisenden kontrolliert! Von Gösting an bietet sich uns das Bild grenzenloser Verwüstung: Der Bahnhof nicht mehr da, ein Trümmerfeld ringsum. Dazu die vielen zerstörten Häuser - ein trauriger Anblick. Wir können froh sein, unsere Wohnung, wenn auch ohne Fensterscheiben, in Ordnung vorzufinden. Das Leben geht weiter, das Stadtbild ist beherrscht von Russen, die einfach überall sind. Mit Deinem Arm müssen wir natürlich wieder gleich zum Arzt; die Besserung geht nur ganz langsam vorwärts /
16.7.1945: Auch die Russen finden an Dir Gefallen und kommen zur Hilfe, als Dir die Sonne ins Gesicht scheint und sie durch Dein Geschrei angelockt werden. Anfang Juni gibt es schon Abwechslung in Deinem Speisezettel: Karotten schmecken Dir besonders gut, aber auch Spinat und der Saft von Kirschen und Erdbeeren. Meistens nimmst Du Deine Mittagsmahlzeit im Garten ein, wo Du Dich meistens aufhälst. Nackt in der Sonne strampeln ist besonders lustig und Du bist schon schön braun.
Die Russen, deren Abzug schon wiederholt angekündigt wird, werden am 23.7. durch Engländer abgelöst! Nach vielen ärztlichen Verbänden ist nun Dein Arm wieder abgeheilt, der mir viele Sorgen machte; doch jetzt ist es glücklich vorüber! Da Dir der Wagen beim Schlafen schon zu beengt wird, erhälst Du ein Gitterbett, worin es Dir sehr gut gefällt /
10.8.: Das Kopferl richtest Du schon immer auf und am liebsten möchtest Du sitzen. Bald wird es gelingen / Karlpeter sitzt am 2.9. allein! Wieder ein Schritt vorwärts Dir und uns zur Freude. Außer dem Aufenthalt im Garten fahren wir auch in den Stadtpark und holen Vati vom Büro ab oder begleiten ihn dorthin. Lachen kannst Du wie ein Großer; so herzlich, daß man unbedingt mitlachen muss. Du beginnst in Silben zu plauschen, die erste ist: wa-ra! Eine Zeloluidente, die als Geschenk kam, macht Dir viel Vergnügen. Herumtragen bist Du nicht gewohnt und wenn Dich jemand aus dem Wagen nimmt, dann gibt es Geschrei.
17.10.1945: Erster Zahn. Ein Topf ist die neueste Errungenschaft und brav sitzt Karlpeter; vielfach mit Erfolg.
Am 30.10. bricht der zweite Zahn durch. Durch eine unruhige Nacht und immer zum Ohrgreifen werden wir aufmerksam, daß etwas nicht in Ordnung ist; und richtig konstatierte Onkel Dr. eine Mittelohrentzündung. Durch Eintropfen ist sie in einigen Tagen behoben.
Am 4.11.1945 geht es hoch her: Großvater, Vater und Sohn feiern ihren Namenstag! Die ersten Biskotten, die Du bekommst, schmecken großartig. Und wenn Du "bitte, Bitte" machst, kommt natürlich noch eine nach.
Am 5.11.45 wiegst Du 10,90 kg, Dein Flascherl liebst Du heiß und es wird immer mit Freude begrüßt. Morgens und abends bekommst Du es. Du hälst es selbst und trinkst allein. Nur heißt es aufpassen, denn wenn Du fertig bist, willst Du es mit Schwung wegwerfen. Appetit ist immer groß und mit 250g Grießkoch hast Du nicht genug, es mß noch nachgefüllt werden.
26.11.45: Ein zweites Holzgitterbett ist da. Darinnen machst Du Versuche, aufzustehen. Es gelingt auch. Anfang Dezember gehst Du schon auf und ab, wirst immer geschickter und drehst Dich auch um.
Am 22.12. kommen zwei obere Zähne zum Vorschein.

Weihnachten 1945: Die Weihnachtstage sind, wie erwartet, nach sechs Kriegsweihnachten und besonders durch das erste Dabeisein von Eugi, die schönsten. Heller fast als die Weihnachtskerzen leuchten Deine Augen, als Du stolz, umgeben von vielen Geschenken, dem Wurstel, Teddy, den Hunderln, dem Eichkätzchen und dem Lämmchen in den strahlenden Christbaum blickst.
29.12.45: Ein weiterer oberer Schneidezahn! Soviel als möglich wird in den Stadtpark gefahren und dabei bewunderst Du die schon beschneiten Bäume. Aber auch Du wirst in Deinem semmelfarbenen Pelzmantel bewundert.

1946

 1946 Maria Freisinger + KPE April 1946 1946 Badewanne
1946 Teufelstein Teufelstein Fischbach August in Fischbach
1946 St.Veit St. Veit Josef Freisinger

Anfang Jänner 1946 kommt durch schlechte Milch plötzlich eine Darmstörung mit Brechdurchfall, zum Glück ohne Fieber. Zwei Tage kommen nur russischer Tee als Nahrung und dann viel geschabte, rohe Äpfel, die den Durchfall bald einstellen. Ganz langsam wird mit gewöhnlichem Essen begonnen wie froh sind wir, als Du wieder lebhaft wirst. Es hatte Dich arg hergenommen und sofort ist eine Gewichtsabnahme von 40 dkg zu bemerken. Rasch erholst Du Dich wieder und bist so wie immer. Ein Glück, daß Äpfel im Vorrat waren, denn man bekommt nicht leicht welche.
Einen Plüschhund, den Du zu Weihnachten bekommen hast, hast Du besonders lieb, er geht sogar mit ins Bett. In Deiner Sprache heißt er "wo-wo"!! So wie jedes Tier, des Du auf der Straße siehst. Dein erstes Tier, das Du als Geschenk bekommst, ist ein Elefant. Gerne spielst Du mit ihm, bis Du ihn schließlich zerlegst.
Und schon wird Dein Geburtstag gefeiert. Ein Jahr bist Du nun bei uns und hast uns viel, viel Sonnenschein gebracht. Daß dies weiter so sein möge ist der Wunsch Deiner Eltern.
Wie groß und wie stark Du bist, zeigst Du sehr lieb. Im März zeigen sich auf einmal die oberen Stockzähne, Kinn und Hunderl sind immer naß vom vielen Spucken.
Heuer ist im April schon Baumblüte und Karlpeter bewundert im Garten die Blüten, die bei ihm "hatschi" heißen. Dieses Wort wird immer im Flüstern gesprochen, ganz geheimnisvoll, bei jeder Blume. Auf einmal zeigt er überall hin, wo und was er haben möchte. Verschiedene Gegenstände kennt er schon und zeigt, wo sie sind. Zeigen ist also auf der Tagesordnung!
Am 15. Mai 46 wieder eine Mittelohrentzüpndung. Doch Onkel Dr. hat sie bald geheilt. Zwei untere Stockzähne kommen.

Zu Christi Himmelfahrt am 30.5. fahren wir das erstemal mit der Tram nach Maria Trost; und von der Endstation bis zur Kirche bist Du gegangen. Natürlich an beiden Händen geführt, denn allein geht es noch nicht. Das Fahren mit der Tram bereitet Dir großes Vergnügen; und Gehen ist jetzt für Dich Hauptbeschäftigung, nur brauchst Du dazu immer einen Finger, wo Du Dich anhälst. "Dann geht es von einem Zimmer zum anderen, wohin Du willst. Vati bringt Dir Bausteine und schon legst Du ganz geschickt die Steine aufeinander. Und immer, wenn etwas gelingt, kommt ein Freudenschrei. - Wie der Großvater ißr, zeigst Du sehr originell. Fensterschauen ist acu ein großes Vergrnügen und da an unserer Ecke großer Verkehr ist, gibt es viele "Tü-Tü" und andere Fahrzeuge, die Dich sehr interessieren.
Der 2. Juni 1946, ein großer Tag für Karlpeter! Die erste Ausfahrt mit dem Rad! Es ist eine ganz unbeschreibliche Freude, die Du durch lautes Schreien zum Ausdruck bringst; auch für uns ist diese Fahrt ein Vergrnügen.
Am 7. Juni 46 machst Du die ersten Schritte allein! Das ist natürlich für uns eine besondere Freude. Es geht auf einmal ganz selbstverständlich und sehr sicher.
Am 10.6.46 Radfahrt über Maria Trost nach Wenisbuch. Besuch bei Reserl, wo Dir die ersten Kirschen sehr gut schmecken. Durch den Schöcklgraben schläfst Du am Rad sehr gut; durch den Annagraben fahren wir heim. Ein Ausflug, der uns allen dreien sehr gut gefällt.
Karlpeter macht Diener und sagt "Morgen und "Tag"! Redet viel, aber in seiner Sprache. Kann "stepptanzen", weiß, wie der Frosch macht und die Kuh, versteht überhaupt alles, aber spricht nicht.
Im Juli gibt es heiße Tage, da freust Du Dich am meisten auf ein Bad im Freien. Am liebsten möchtest Du in der Wanne bleiben, so ein Vergnügen ist es für Dich. Etwas neues macht Dir eine große Freude: Du fängst mit dem Magnet Stecknadeln. Lange Zeit kannst Du Dich damit beschäftigen.
27.7.46: Durch Marillenessen tritt ein arger Nesselausschlag auf; es bilden sich Wasserblasen, die aufspringen und lästige Wunden ergeben. Zwei Wochen wird gepflastert und verbunde.
Im August hör ich zum erstenmal "Mutti"!Und es klingt ganz reizend - auch machst Du "Diener", sagst "Tag" und "Morgen", statt noch "una".
Ende August fährt Mutti allein nach Fischbach und nach einer Woche Trennung erwartet sie Vati und Dich mit einem Wagen auf der Bahnstation. Leider kommt gerade bei Ankunft des Zuges ein arger Regen, doch kommen wir, zwar arg durchnässt, gut an. Gut auch deshalb, weil Du trotz Regen und Müdigkeit bei guter Laune bist. In Fischbach hast Du Dich sofort an die Umgebung gewöhnt. Von einem Tag zum anderen von "Tü tü" auf "Muh, muh" umgestellt. Es klappt das Essen, das Schlafen, alles wie gewöhnlich. Natürlich sind die Spaziergänge in den Wald etwas ganz Erfreuliches für Dich und auf den großen Wiesen möchtest Du am liebsten alle Blumen pflücken. Im Wald zeigst Du, wie der "Gnom" geht! Und an einem besonders schönen Tag geht es auf den Teufelstein, 1550m.
Im September wird manche Spazierfahrt mit dem Rad gemacht, die immer Freude macht. Der Teddy macht nun schon "brumm, brumm" und der Frosch "quack, quack". Die Uhr heißt "tikta". Der Großvater freut sich, dass Du ihn mit "Opapa" begrüßt.
Und am 7. Oktober sagst Du das erstemal "bitte" und rufst den "Pati"; auch Vati erfreut sich daran.
Im Laufe des November 1946 nennst Du unsere Mädchen schon mit Namen. Manche sehr deutlich, die anderen nach Deinem Können. Wicki und Ilse gehen gut, dann aber kommt die "Deti", "Esi", "Tüldi", Milla und Mitzi gehen wieder gut; gar nicht geht aber die Franzi und weil sie auch noch Schatz heißt, kommt "Schatzi" heraus. Auf einmal nennst Du auch die "Wurst" und zur Jause verlangst Du pünktlich 9 Uhr deine "Butter". Da braucht man keine Uhr. - Du beginnst selbst zu essen und es geht gar nicht schlecht, sprichst auch von der "Uti", die der Krampus bringen wird. Man kann sagen, fast täglich kommt ein neues Wort dazu.
Am 20. November Mittelohrreizung, die durch Eintropfen nach einer WEoche doch zurückgeht, von einem Ohr zum anderen wandert, bis sie endgültig weg ist.
Der Nikolaus hat in jedes Fenster etwas eingelegt; besondere Freude macht ein schönes Krampusbuch, das Du täglich holst und immer wieder anschaust; eines Tages wird es zerlegt. Natürlich fehlt auch nicht eine Rute.
Schnell vergehen die Wochen bis Weihgnachten, auf die wir uns schon freuen, sie mit Dir zu verbringen.
Weihnachten 1946! Ein großes Ereignis - das Christkind kommt! Es bringt dem braven Karlipeter eine schönen Christbaum, "ein schöni Baum", mit vielen Licfhtern und Zuckerln, "Apfi" unhd vielem "Mamam" aus Keks, Windbusserln und Lebzeltringen. Und dann die vielen Geschenke, die es unter dem Christbaum gibt. Da sind vor allem das große Schaukelpferd mit dem Namen "Wau-wau"; aber auch ein wirklicher Wauwau auf Rädern mit echtem Maulkorb ist da. Und eine rote "Miau". Dann der Bergmann, der mit dem "ammer" klopft. Aber das größte Ereignis ist ein "U-hu-Zug". das gibt eine große Aufregung, alle fahrenden Tiere und Wagen auszuprobieren, auf dem Boden zu schieben und am Schnürl zu ziehen. Das Hoppa-Reiten auf dem Pferderl muss allerdings gelernt und die erste Scheu abgelegt werden. Doch auch zum Anschauen brachte das Christkind schöne Bücher. Besonders schön ist das Buch vom Schneemann und dem Weihnachtsmann. In einem anderen Bilderbuch gibt es wieder viele interessante Sachen, da sind zu sehen: Messer, Gabel und Löffel und eine Zange, Säge und Hammer, auch ein Kübel. Dein Schlafkamerad wird ein kleiner Teddy. Mit ihm gehst Du von jetzt an immer "heia", aber ein Kamerad ist auch noch immer der Wau. All diese schönen Sachen hast Du aber auch schnell lieb gewonnen und kennst sie rasch bei ihrem Namen. Als dann die Bekanntschaft mit diesen Spielkameraden enger geschlossen ist, kommen die Liebesbeweise mitdurch genaue Untersuchung und was nicht stark genug ist, wiord in seine Teile zerlegt. Zuerst wird der Katze der Schwanz ausgerissen und dann der Kopf umgedreht, dann aus dem Bergmann ein "Lasti-Auto" gemacht, die bilderbücher geteilt. Am längsten bleibt der Zug und die übrigen Fahrgestelle und so bringst Du selbst einen ganz umfangreichen Eisenbahn- und Autobahnhof zusammen, an dem Du noch lange Freude hast.

1947

 1947 Hilmteich 1947 Hilmteich im Feber am Hilmteich
1947 Mariatrost 1947 Mariatrost 1947 Rosenhain 20. Juni 1947
6. August 1947 Christof 21. August 1947
September 1947 1947 Weihnachten

Als wir Neujahr in die Kirche zur Krippe gehen, müssen wir uns sehr "tummi"!
Ohne dass man etwas merkt, kommen zur gleichn Zeit alle 4 Eckzähne und gleich darauf drei weitere Stockzähne, so daß bis zu Deinem Geburtstag alle 20 Zähne vorschriftsmäßig da sind. Der vierte Stockzahn kommt gerade zum Vorschein!
Der Geburtstag ist wieder ein Familienfest, bei dem Du glöeich das Anstoßen mit den Weingläsern lernst und immer "Prost-Trinken" willst. Die Geburtstagstorte schmeckt Dir besonders und mit einem langen "m" und Augenaufschlagf zeigst Du, wie gut sie ist.
Wenn es schön ist, gehst Du fleißig rodeln; es macht Dir viel Vergnügen und bald rufst Du auch schon "Bahn frei!"
Anfang Feber 1947 sind wir an einem herrlich schönen Wintertag bei einem Schaulaufen am Hilmteich. Vor Beginn desselben bauen wir einen schönen "Neemann".
Am 24. Feber 1947geht auf einmal das "V" und so hören wir richtig "Vati"! Bei einer Begrüßung saghst Du schon "Grüß Gott" und auch "Wiedersehen". Es geht überhaupt unheimlich rasch mit dem Sprechen und täglich gibt es Neues.
März 47: Fensterschauen ist immer beliebt und bei dem großen Verkehr an unserer Ecke kennst Du alle Autotypen. Da gibt es: "rote Treizauto", "Lastiauto", "Huuauto", später schon "Autoanhänger", "Dreiradler", "Aubussi", "Hopp mit Beiwagen" und als ganz besonderes Ereignis gilt das "Feuerauto". Auch kennst Du schon am Klang einen "Taktor". Oft am Morgen verlangst Du bereits: "Bitti Mutti Sonni sitzi, Apfi, Messer!" Sätze gehen noch nicht, aber man kennt den Zusammenhang. Unterhaltung ist auch, wenn Vati mit Dir zeichnet. Da möchtest Du alles mögliche, natürlich immer ein "Auto", einen "Mond", auch einen "Zipfelmond" und eine "Tik tak". "Roti Bei" verlangst Du daher immer.
Anfang April sind heuer Ostern. Am Palmsonntag geht Vati mit Dir zur Palmweihe und Du bringst "Palmtatzi" nach Hause. Ostersonntag kommt im Garten der Osterhase und bringt ein Steckenpferd, Lastiauto, Wagen mit bunten Eiern und ein Bilderbuch. Es ist eine Freude zu sehen, wie Du ein Versteck nach dem anderen findest.
Nun beginnst Du auch schon Dein Abendgebet zu sprechen. Man sagt es vor, in Abständen: Müde bin ich, geh zur Ruh, schließe meine Augen zu; Vater Ladiauto tü tü über meinem Bette sein! Am Morgen sagst Du "patsnaß" bist. Wenn ein Auto stehen bleibt, beobachtest Du gleich, ob der "Mann aussteige", "Auto steht" und "aufpassi", wann er wieder wegfährt.
Im Mai sind wir einmal bei der schönen "Himmelmutter" in Mariatrost. Wenn es schön ist, dann bist Du täglich im Garten mit dem Steckenpferd, Scheibtruhe nund Schaufel. - Das erstemal gibt es Orangen (Oranzi), die Du ganz begeistert ißt. - Vatis Schachspiel macht besondere Freude und Du kennst bereits alle Figuren. Das Neueste ist, daß Du, wenn Vati da ist, auf alle Fälle ins "goße Bett" schlafen gehst. Da gefällt es Dir viel besser, als in Deinem. Wenn Vati nach Hause kommt, dann verlangst Du immer die Bleistifte; den "roten Bei" liebst Du besonders. - "Mein Gott" und "du meine Güte" gebrauchst Du oft und die Lokomotive heißt nach wie vor: "Vontiv". Es gibt auch einen "Öbwaddon". - Jetzt wird im Garten gebadet und Vati wird dabei "angepritzt". Die "Lumpe" (Lupe) macht Dir auch Freude.
Ende Juni fährt Mutti allein nach Fischbach und es war eine große Überraschung, als auf einmal "Kapeter" bei der Tür hereinschaut und mit Vati ganz unerwartet hinaufkommt. Einige Stunden können wir gemeinsam nhett verbringen, um am nächsten Tag wieder abzusteigen. Karlpeter geht sehr brav und als unten bei der Station ein rotes Auto auf uns wartet und Du in dasselbe einsteigen darfst, bist Du sprachlos. Die Augenleuchten nur so vor großer Freude über die erste Autofahrt.
Freitag, 20.6.47: Liebe Mutti! Wir sitzen mitsammen beim großen Schreibtisch und hoffen, daß Du gut angekommen bist und es Dir ganz gut geht. Karlipeter plauscht daneben auf meinem Schoß und hat viele Beistifte gezückt, mit denen ich der Mutti schreiben soll, daß er auch brav ist. Auch soll ich ein rotes Auto zeichnen. Burschi ist am Abend, als Du wegfuhrst bald schlafen gegangen und hat auch am nächsten Tag noch gar nicht nach Mutti gefragt. Ich bin dann abends mit ihm auf den Sturmplatz, wo er sehr lebendig war, obwohl wir erst um 3/4 P nach Hause kamen. Plötzlich, als ich ihn niederlege, fällt ihm auf, daß die Mutti nicht da ist. Aber verständig hört er mir zu, was ich ihm von Dir erzähle und heute früh erzählt er dann allen weiter: "Mutti auf dem Berg heia, Sonne scheint, Husten gut sein, Fussi weh', Augi weh gut sein, Mu-Milchi trinken." Es ist hanz herzig, wie verständig er alles aufnimmt und plaudert. Und jetzt kann ich nur mit dem Bleistift weiterschreiben, den er mir gerade gibt. Karlipter schreibt auch daneben einen Brief und daneben noch seine Grußworte auf meinen Brief. Heiha geht der Ka-peter heute gar nicht; es ist zwar schon 3/4 8, aber er sagt "noch viel schreiben". Inzwischen muß ich auch ganz unterbrechen, wenn er mir alle Bei wegnimmt. Aber wir müssen ohnehin schon baden gehen, weil wir soi schmutzige Knie haben. Mit der Köchin und Verpflegung sind wir ganzuzufrieden und uns geht noch nichts ab. Wir schicken unserer lieben Mutti viele, fünf, sechs, neun Bussi. Schöne Grüße an Opapa. Karli und Karlipeter
Im Juli gehst Du täglich in den Garten und da es sehr heiß ist, wartet die Badewanne. Abends mußt Du dann ins "Hemdi neinhupüfen"! Beim Spielen muß man zuschauen und da rufst Du immer "schau-sau!" Auchläßt Du Dir schon gerne Märchen erzählen und kennst die "7 Geißlein" und das "Rotkäppchen". Auch die "hetze" und das Knusperhäuschen und "Sneewittchen" kennst Du bereits.
Ganz reizend ist der erste Besuch im Sanatorium, als Du das kleine "Butzi" anstaunen kannst. Ganz von selbst nimmst Du ein Handerl und gibst ein Bussi drauf. Dann ist der Wunsch, daß Mutti bald mit demk Klerinen heimkommen soll und ob es wohl immer dableibt, das ist die große Frage. Der Mutti bringst Du schöne Rosen.
Und dann kommt der Tag der Heimkehr mit Christof! Vati und Karlpeter holen Mutti und den kleinen Erdenbürger ab und wieder kannst Du mit dem Auto fahren.
Nächsten Tag, es ist Sonntag der 17. August, ist die Taufe in der Grabenkirche. Dabei freust Du Dich, als uns ein Fiaker abholt; nur ist die Fahrt für Dich zu kurz! Beim Einzug in die Kirche führen Dich Eva und Lieserl Tautscher und Roswitha; es ist ein liebes Bild.
Große Freude bringt die erste Ausfahrt mit Christrof. Ganz allein willst Du immer fahren und es geht tadellos.
Überall, wo Du hinkommst, wirst Du als Mädi angesprochen und wenn mann Dich als Bub vorstellt, wird es erst recht nicht geglaubt! - Größe 1m.
Im Oktober gehst Du das erstemal ins Theater. Es sind die Salzburger Marionetten da; als erstes siehst Du mit Vati "SDchneewittchen und die sieben Zwerge". Viel gibt es zu erzählen, als Du heimkommst. Dann geht Mutti mit zu "Rumpelstilzchen". In der Theaterschule kommt dann "Hänsel und Gretel", wobei die Hexe für Dich eine große Rolle spielt.
Nun ist für Dich die Zeit der Märchen gekommen und wenn Dir eines erzählt wird, dann horchst Du aufmerksam zu. Erzählt ein anderer die Geschichte nächstens etwas anders, so besserst Du sofort aus. In der Früh kommst Du immer zur Mutti ins Bett und sofort "Bitte, erzähl' was"!
Viel wird auch schon vom Krampus und Nikolaus gesprochen. Abends "tlopft er auch an die Tür", wenn Karlpeter nicht schnell folgt. Gerne gehst Du mit Vati in die Stadt "Trampussen" schauen. Und endlich kommt auch der 6. Dezember. Am Vorabend sind Eva und Liesl und Leo eingeladen und bald erscheint St. Niklolaus, hält eine Ansprache und teilt seine Gaben aus. Als es an der Türe klopft und der Krampus herein will, erklärst Du gleich: "Den Trampuss mag ich nicht!" Angst hast Du gar nicht. Als der hohe Besuch weg ist, stellst Du gleich Deine Schuhe in die Fenster und am Morgen ist zur großen Freude überall was drinn. Nüssi, Apfi und Kekserln, so wie Du vorher immer erzählst; zwei Zwetschkenkrampusse sind auch eine Überraschung.

Am Sonntag dem 7. bist Du mit Mutti bei Wolfbauer zum Kasperltheater eingeladen. Das ist für Dich wieder etwas Neues und löst viel Vergnügen aus. Besonders gefällt Dir das Krokodil, als es alle der Reihe nach auffrißt, den Jäger, die Hexe, den Zauberer und zum Schluß die Prinzessin, zum Schreck der Kinder; aber der Kasperl befreit sie und holt einen nach dem anderen wieder herausd. Es ist ein gemütlicher Nachmittag für Dich.
Die Zeit des Wartens auf das Christkind wird gekürzt durch einen netten Adventkalender, wo Du täglich einen Stern aufschneioden darfst. Mit Neugierde wird geschaut, was überall drinnen ist. Das "Blumentockerl" verlangst Du zum "Pinnen" und zum "Trümpfe toppen" ein Stoppholz; auch kennst Du schon länger alle Schachfiguren genau. Folgen willst Du nicht und oft muß dann der Krampus anklopfen und die große Rute geholt werden.
Endlich darf beim Adventkalender das Türl aufgemacht werden und der heilige Abend ist da. Nicht nur von Dir sehnlichst erwartet, auch wir freuen uns schon auf die Feier. Nachmittag bist Du gerade allein im Zimmer, als ich Dich sprechen höre: "Liebes Christkind, komm bald und bring mir gute 4 schöne Sachen."
Weihnachten 1974: Kaum kannst Du erwarten, daß das Christkind kommt und als auf einmal die Türe aufgeht und der Christbaum hell erstrahlt, da kannst Du zuerst gar nicht reden, nur die Augenleuchten vor Freude und Staunen. Gleich werden dann die Geschenke geholt; zuerst entdeckst Du die Tramwaykarten mit der Lochzange und schnell wird das ausprobiert. Dann kommt das Würfelspiel, Bilderbücher, Ausschneidebogten, ein Bildertomnino, ein netter Zwerg ist da, ein Traktor mit Anhänger, ein Paar Schuhe und Patscherln. Und unterm Baum versteckt ist erst ein großes Kippauto. In der Aufregung siehst Du das schöne Dreirad gar nicht. Dann aber ist die Freude darüber sehr groß. Gleich geht das Treten nicht, aber bald wird tadellos im Zimmer herumgefahren und jede Kurve gemeistert! - Es ist für uns und für Dich ein schöner Abend.
Am Christtag gibt es wieder etwas Großes für Dich! Mit Vati und Mutti kannstDu ins große Theater gehen zum "Lügenpeter". Es ist ganz ganz schön und begeistert Groß und Klein. Lange noch muß Mutti abends beim Schlafengehen vom Lügenpeter erzählen; aber auch Du selbst hast Dir alles sehr gut gemerkt.

1948

sisi 1948 Sissy


am 1. Feber als Prinzessin "Sissyi"

1948 Hochzeit Dr. Divitschek

15. Mai Hochzeit von Dr. Divitschek

1948 Stadtpark 1948 Leber 1948 Schöckl

Im Jänner 1948 gibt es gleich am Anfang die drei Könige, die Dir auffallen. Natürlich muß Dir Mutti schnell eine Krone machen und als die Könige auch zu uns kommen und ihr Sprüchlein sagen, hast Du es Dir unheimlich rasch gemerkt. Jeder kann es nun von Dir hören: "Wir heiligen drei Könige, wir kommen zu Euch, viel Glück und Gesundheit wünschen wir Euch; ich bin der König vom Morgenland, drum hat mich die Sonne so schwarz gtebrannt; ich bin der König von Ägypten drum habe ich rote Lippen; ich bin der König von Nazareth, der mit der Büchse bereit da steht."
Am 14.1.48 gibt es wieder einmal eine Mittelohrreizung mit argen Schmerzen. Onkel Dr. kommt nachschauen und freut sich über den bravne Buben, weil er die Untersuchung so leicht macht. Mit fleißigem Eintropfen ist die Gefahr bald vorrüber.
Dein Sprachschatz nimmt rasch zu, aber manchmal mit eigenen Formen: "Wer sprecht denn da draußen?", "Was ist denn los?" Auf einmal gibt es keine i-Endungen mehr, sondern Schucherl, Hauberl, Jackerl usw. Statt zwei wird immer drei gesagt und die Wau (Frau) geht auch nicht anders. Besonders schwer muß "jetzt" sein, denn das heißt immer "letzt".
Zum Geburtstag sind wir bei Tante Paula eingeladen, wo es Lichtbilder von einigen Märchen zu sehen gibt. - Schon sind es drei Jahre, seit Du bei uns bist und wie kurz kommt uns alles vor! - Gewicht 18kg
Ein ganz großes Ereignis ist der 1. Feber, als die Einladung zum Kinderball kommt. Schon hat Mutti Sorgen, in welcher Maske Du gehen sollst; bals ist es aber sicher: als Prinzessin Sissy! Ein rosa Ballkleid, von Mutti einst getragen, braucht gar nicht viel Änderung und ein reizendes Mäderl ist fertig. In den Locken ein "Tülltuffi", die weißen Schuhe vervollständigen das allerliebste Kostüm. Du freust Dich darüber wie närrisch und kannst den Tag kaum erwarten. Wie groß ist Dein Erstaunen, als beim Einzug die vershciedensten Kostüme vertreten sind. Es gibt da eine gestiefelten Kater mit Stiefeln und Sporen, einen Froschkönig, Rauchfangkehrer, einen Koch, einen Junker, Kasperl, das Rotkäppchen, eine Blumenkönigin usw. Die Hexe und der große Chinese machen Dir anfangs ein wenig fürchten; doch als die Begrüßung vorbei ist und Du mit dem tapferen Schneiderlein tanzen kannst ist die Scheu auch schon weg und beim Kasperltheater bist Du recht übermütig. Viel zu schnell vergehen die drei Stunden und oft erzählst Du, immer mit Begeisterung, von Deinem ersten Ball. Es ist aber auch für uns ein Vergnügen, denn bis z6um Schluß wirst Du für ein Mäderl gehalten und niemand will es glauben, daß diese liebe Prinzessin ein Bub ist!
Am 9.2.1948 ist auf einmal ein Fieber da, bis endlich nach fünf bangen Tagen die Masern herauskommen. Onkel Dr. kommt einigemale und ist mit dem Verlauf der Krankheit und dem kleinen Patienten zufrieden. Beim ersten Aufstehen geht es etwas wackelig, aber bald bist Du wieder ganz in Ordnung.
Am 7. März sind wir im Landestheater bei "Hänsel & Gretel im Märchenwald". Die Hexe macht großen Einbdruck und lange nachher wird daheim "Hexe gespielt", worüber Mutti nicht gerade entzückt ist.
Am 13. März im Opoernhaus bei "Dornröschen", da gibt es einen lustigen, dicklen Koch, aber auch die böse Fee. Abends muß Mutti lange Zeit hindurch immer Dornröschen erzählen.
Nun geht es schon mit dem Dreirad auf die Straße und besonders fein ist das Fahren im Stadtpark. Anfangs geht es etwas langsam, doch jeden Tag wird die Geschwindigkeit größer.
April: Eine Redewendung: "Mutti, Du bist so lieb - bin ich ein Schmeichlinger?" Am 19. April ein Blütenausflug! Mit dem großen Zug nach Oisnitz, dann über St. Josef nach Stainz zum kleinen Zug gewandert. Es gibt herrliche Blütenwunder zu sehen; für Dich ist der kleine Zug die Hauptsache.
Jetzt im Mai wird immer, wenn Schönwetter ist, Vati Mittag und abends mit dem Dreirad vom Amt abgeholt.
Als "Blumenmädchen" auf Wunsch bei der Hochzeit von Dr. Divitschek am 15. Mai 1948.
Am 16. Juni 48 Ausflug auf die Burg Deutschlandsberg. Ein sehr schöner Tag; wir wandern durch die Klause hinauf zur Burg, steigen auf den Turm und bewundern die Fernsicht. Da kommt ein Traktor in den Burghof und der erregt deine ganze Aufmerksamkeit. Jetzt ist die Zeit des "Warum?" immer und überall! Bei dir heißt es "arum?"
Heute, am 19. Juni 48 haben wir ernstlich erwogen, deine Locken zu schneiden. Du bist sehr eingenommen dafür, denn es ist doch immer sehr heiß. Die Locken, in einer Schachtel aufbewahrt, kommst du stolz als "Bub" nach Hause!!
Im Juli Ausflug auf die Leber. Mit dem Autobus nach Stattegg. Der Fußball wird im Rucksack mitgenommen.
Am 12. August 48 Fahrt mit dem Steirerbus auf die Stubalm zum Klaramarkt. Es ist dir gar nicht zuviel um 4 Uhr früh aufzustehen, denn Autobusfahren ist gar zu lustig. Es ist aber auch eine schöne Auffahrt. Und oben geht es lustig zu; die steirischen Musikkapellen gefallen die besonders. Bei der Abfahrt wirst du schon müde und schläfst ein.
Vom 14.8. bis 21.8. fährst du mit Mutti und Wicki nach Fischbach. Viel zu schnell vergehen die wenigen Tage.
Deine erste Schöcklpartie am 1. September über Radegund. Die Autobusrückfahrt ist antürlich wieder lustig und beim Hinaufgehen freust du dich schon auf die Heimfahrt. In knapp 2 Stunden erreichen wir den Gipfel, es geht flott vorwärts, wie ein großer Bergsteiger! Die größten Steine werden ausgesucht und als wir schon nahe am Ziel sind, suchst du auf jedem Baumstumpf eine Stärkung, die Mutti hingelegt hat.
Mit Vati und Mutti am 4. September nach Fischbach. Viel mwird im Wald herumgestrolcht und Pilze gibt es in Hülle und Fülle. Als am 17. Vati mit die bei der Säge spielt, kommt für dich überraschend Mutti mit Onkel Franzl daher. "Schau, wer da kommt!", rufst du Vati zu und bist sehr erfreut. Gemeinsam steigen wir dann nach Fischbach und am nächsten Tag bei herrlichem Wetter auf den Teufelstein. Ganz stolz zeigst du Mutti die vielen getrockneten Pilze am Dachboden. Monta, den 20., geht es wieder nach Hause.
Mittwoch 29. mit Vati und Mutti nach Radegund gefahren und über den Wiesenweg mit Unterbrechung beim "Hiaswirt" nach Mariatrost gewandert. Sehr brav gegangen.
Am Sonntag, dem 3. Oktober 48, vormittag auf den Plabutsch über Eggenberg herunter nach Gösting.
Sonntag, 10.10.48, Nachmittag auf den Plabutsch; Christof ist auch mit.
Am 15.10. mit Vati in die Grazer Herbstmesse.
Am Sonntag, dem 17.10., Zum "Alten Faßl" über den Höhenweg von Mariatrost aus. Zurück wandernn wir über den "Stattergger" und im Wald willst du immer einen Räuber "schlecken", denn das "r" geht noch nicht. Du brauchst auch ofr den "Schlaubenzieher" und manchmal "schleibst" du einen Brief.
Am Sonntag, dem 23.10. geht es über Maria Grün auf die Platte und über den POfannberg nach Andritz. Dort fahrenjetzt die "Autobüsse" nach Stattegg und da möchtest du wieder einmal fahren; doch ist es jetzt mit den schönen Ausflugstagen zu Ende und da gehst du leiber ins "Thelater".
Im November geht es mit Vati ins Landestheater zu "Schneeweißchen und Rosenrot". Es interessiert dich auch der Film "Menschen unter Haien".
Oft meldet sich schon der Krampus, denn das Folgen geht nicht und zornig ist man auch. Die Angst vorm Krampus wird täglich größer und auf einmal ist auch der 5. Dezember da. Große Aufregung ist, als wir am Abend mit dir auf die Straße gehen und viele "Krampüsse und Niloläuse" sehen. Einige wollen dich mitnehmen. Richtig kommt der Nikolaus und hält eine Ansprache, liest aus einem großen Buch deine Fehler vor und du versprichst ihm, Besserung. Dafür darfst du deine Schuhe ins Fenster stellen und groß ist die Freude am Morgen, als in jedem Fenster viele gute Dinge sind. Christofs Schuhe hast du auch hinausgestellt, weil er noch zu klein ist. Ein Spaß ist es, der Krampus hat in Vati's Schuhe Kohle hineingegeben.
Am 12.12. Fieber und Onkel Dr. stellt Angina fest. Nach einigen Tagen ist es wieder vorüber und am Sonntag, dem 19., gehen wir ins Schauspielhaus zum "Klugen Schneiderlein". Eine Aufregung dabei ist der große Bär, den das Schneiderlein überlistet. Immer wieder willst du jetzt diesers Märchen hören.
Ganz tadellos kannst du mit der Nähmaschine steppen; von selbst gelernt, stehend natürlich, aber das Rad geht immer richtig. Es ist alles genau beobachtet, jeden Griff kennst du.
Weihnachten 1948: Bei Tante Mimi kannst du heuer auf das ersehnte Christkind warten. Christof ist auch bei dir, trotzdem dauert es fast zu lange, bis es endlich so weit ist., Bei Christbaum freust du dich sehr und erst die ganz schönen Farbstifte mit dem Malbuch, das Mä#rchenbuch, eine Menagerie mit allen möglichen Tieren, ein Kontaktspiel mit Fragen und einer richtigen Glühbirne erregen deine Bewunderung. Zum Basteln sind Nähkarten und Flechtarbeiten da. Dabei mußt du Christofs Sachen auch noch näher betrachten und schnell, viel zu schnell vergeht die Zeit unter dem strahlenden Lichgterbaum für dich und auch für uns.

1949

1949 KPE 1949 Ostern
1949 Mariatrost
1949 Mariazell Wicki 1949 Wildalpen
1949 Stadtpark
1949 Fischbach

Jänner 1949: Am Sonntagvormittag gehst du öfter ins Kino zu einem Märchenfilm: "Der Zauberfisch", "Der Däumling", "Aschenbrödel", "Schneewittchen". Wenn Omamma kommt, dann ist die erste Frage: "Hast du eine Zeitung?" Und immer bringt Omama eine schöne Kinderpost. Dann wird die ganze Zeitung erzählt und du hörst eifrig zu. Dein Geburtstag ist auch schon da und diesmal brennen auf der Torte bereits vier Kerzen!
Mit dem Rodeln ist es im heurigen Winter nichts. E sgibt keinen Schnee, nicht einmal in Fischbach ist etwas los. So warten wir auf den Frühling und auf einen Blumenausflug, jedoch ist alles verregnet. Deine Hauptbeschäftigung ist Zeichnen und zwar Autos am laufenden Band, sehr viel Schneiden, wenn du irgend eine Karte entdeckst, wird sie ausgeschnitten. Ohne, daß dir jemand etwas zeigt, übst du dich im Maschinsteppen und es geht ganz tadellos, aber auch das Einfädeln hast du ganz richtig abgespitzt. Gewicht 21kg
Ende April gelingt uns mit Vati eine Fahrt nach Staiz und in den Engelweingarten, doch ist die Blüte durch den Regen schon vorbei.
Im Mai Fahrt nach Radegund und Wanderung auf den Schöckl, über Göstingerhütte und Steingraben nach Stattegg zum Autobus. Sehr gut gegangen mit den neuen, genagelten Bergschuhen, die dir große Freude machen. Unterwegs bist du immer ein Auto und suchst kleine Wege zum Fahren; das ist dann besonders lustig.
Ostern 1949: Kaum ist es zu erwarten, bis endlich am Ostersonntag die Großeltern kommen und wir in den Garten gehen, um zu schauen, ob der Osterhase etwas versteckt hat. Zusammen mit Christof geht es ans Suchen und richtig, viel ist versteckt. Eier in allen Farben, Sandküberln und Schaufeln und Bilderbücher. Es ist eine große Freude, wenn etwas entdeckt wird.
Im Mai 1949 "Steinespielen" vor der Mariatroster Kirche.
Am 10. und 11. Juli machen wir mit Vati und Tante Wicki (Wahrbichler) eine Autobusfahrt über den Seeberg nach Mariazell und erreichen nach einer schönen Fahrt den Gnadenort. Gut gefällt die die "silberne Himmelmutter", von der ich dir vorher schon erzählte und lieb verabschiedest du dich von ihr, als wir am nächsten Tag weiterfahren. Mit der Seilschwebebahn geht es auf die Bürgeralm, leider kommt der Regen. Nachmittag fahren wir über Weichselboden, Wildalpen auf den Präbichl; das Wetter ist wieder sonnig und so wird es eine herrliche Fahrt. Am Präbichl kannst du mit Vati mit dem Sessellift auf den Polster nfahren, das ist für dich ein besonderer Spaß; leider ist es schon zu spät und kalt und so müssen wir gleich wieder herunter.
Heuer macht dir das Dreiradfahren erst recht Vergnügen und oft steht Christof hinten oben, dann staunen alle Stadtparkbesucher.
Ein von dir erfundenes Wort: Beim Autobusfahren hast du den Rückspiegel entdeckt und jetzt spielst du daheim immer beim Autofahren mit dem "Hinterschauer". Grüne Erbsen mit Butter und Brösel ißt du recht gerne und einmal erklärst du mir, als sie ohne Brösel sind, "die andern waren guterer". "Ich hab' mir eingedenkt" auch eine Redewendung. Wenn etwas Besonderes bevorsteht und es ist am nächsten Tag, dann heißt das bei dir immer "einmal noch schlafen, dann fahren wir"!
Vom 9.-20. August fahren wir nach Fischbach. Der Aufenthalt, auf den wir uns so freuten, ist schlecht gelungen, denn es gab 11 Tage nur Sturm, Regen und Kälte. In winterlicher Adjustierung geht es doch in den Wald und auf die Schanz. Ganz begreiflich fähst du gerne wieder nach Graz. Erholt hast du dich ganz gut. Gewicht 21,70 kg
Anfang September fahren wir nach Radegund. Gerade erreichen wir noch den letzten sommerlich-heißen Tag, so daß wir im Radegunderbad noch einige schöne Stunden genießen können. Beim Rückweg droht immer ein Gewitter und so müssen wir uns über den Wiesenweg nach Maria Trost recht beeilen. Sehr brav marschierst du mit Mutti mit und gerade noch vor dem Reggen erreichen wir die Tram.
Ende November gehen wir ins Theater zum "Tapferen Schneiderlein"; die beiden Riesen sind ganz besonders lustig. Am Schluß kommt auch schon der böse Krampus, der mit der Rute droht. Da hast du wohl Angst und fragst gleich: "Glaubst, sieht er mich?" Gleich kommt aber der Nikolaus und verspricht, am 6. Dezember zu kommen. Jetzt kannst du kaum diesen Tag erwarten: Am 4.12. sind wir bei Fraz Wolfbauer eingeladen, zum Kasperltheater und auf einmal seht St. Nikolaus im Zimmer mit einem kleinen Krampus. Die Angst ist groß, als er deine Sünden aufzählt, doch betest du brav und kannst dein Schuhe am nächsten Abend ins Fenster stellen. Gibt es da eine Freude, als sie wirklich am Morgen gefüllt sind. Am Abend des 5. Dezembers kommt aber noch der Krampus, gleich dreimal und will unbedingt herein. Er läuft von einer Tür zur anderen und stellt schließlich einen Zwetschkenkrampus hin, über den du dich sehr freust.
Die Zeit bis Weihnachten vergeht rasch, denn Vati hat dir immer einen Adventkalender geklebt und jeden Tag darf ein Türl aufgemacht werden. Du kannst auch täglich eine Blume ausschneiden und selbst auf den Blumenkalender für das Christkind aufkleben. Und so ist acu schon der Heilige Abend da! Endlich läutet es und als Vati die Salontüre öffnet, steht ein herrlicher Christbaum da. Du kannst die 1. Strophe von "Stille Nacht" schon mitsingen, doch kaum erwarten, bis es fertig ist, denn ein großes Lastauto steht unter dem Baum. Die vielen anderen Sachen werden kaum beachtet, nur deas Auto ist die Hauptsache; es ist zum Kippen, hat Lichter und Volant; also alles, was dich freut. Viel zu schnell vergeht der Abend, um mit allem zu spielen.

 

1950

 Kalvarienberg Rinnegg Hochzeit Franzi
Waldheimat Stanglalm Stanglalm 1940m
1950

Am 27.I.1950 Geburtstagsfeier mit Vati und den Großeltern.
Feber 50: Das Vaterunser hat dir Mutti, Satz für Satz gelehrt und auf einmal geht es ohne Hilfe.
Am Faschingsonntag gibt es eine Einladung zum Kinderball bei Prof. Tautscher. Zu Mittag merke ich, daß du anders bist als sonst, der Kopf ist heiß und als Vati dich mit der Maske herrichtet, hast du nicht mehrt rechte Lust. Trotz 38,5 Fieber gehen wir zum Ball, doch ist es für mich und dich wahrlich kein Vergnügen.
Montag bleibst du im Bett und als das Fieber am Nachmittag höher steigt, bitte ich doch, Dr. Haidvogl möge kommen. Ein Blick in den Hals und ert teilt mir mit, daß es Diphterie sei. Momentan bion ich fassungslos, gilkt es doch, sofort zu handeln. Entweder Krankenhaus oder daheim eingesperrt. Weg auf keinen Fall und wenn ich auch selbst mich einsperren muß. Ganz von selbst5 sagt Liserl für deine Pflege zu und so ist noch in der Nacht die Injektion gemacht und große Umstellung. Es wird also der Salon und Schlafzimmer gesperrt und das Essen vor die Türe gestellt. Nach drei Tagen bist du fieberfrei und in 14 Tagen haben wir glücklich drei negative Abstriche beisammen und am 16. Tag wird desinfisziert und die Türen geöffnet. Mit Sehnsuch hast du schon darauf gewartet und ölfter durch das Schlüsselloch zu uns geschaut. Dann bist du wohl glücklich und wir nicht minder!
An einem schönen warmen Märztage gingen wir auf den KIalvarienberg. Der große Spaß dabei ist die zweimalige Überfuhr mit dem Fährmann. Auf dem Bertg zeigt dir Vati den Bahnhof und richtig fährt ein Zug rauchend vorbei. Die Stationen auf dem Kalvarienbergf muß Muttti erklären und dabei keine übersehen.
Da in Kürze wieder eine Mandfelentzündung auftritt, ordnet Onkelo Dr. an: Die Mandeln müssen heraus, so bald als möglich. Nach Rücksprache mit dem Halsspezialisten Dr. Oser wird für Anfang Mai die Operation festgelegt.
Ende April fahren wir mit dem Steirerbus "Rund um den Rabenwald". Sehr erstaunt bist du in Pöllau - am Rauchfang ist im Nest einrichtziger Storch! Schön ist die Fahrt auf den Pöllauberg, es gibt blühende Bäume - eine echte Frühlingsstimmung!
Am 12. Mai geht es ins Sanatorium Hansa und um 1 Uhr ist dann die Mandeloperation. Sie geht gut vorbei. Mutti bleibt bei dir und als Vati dich am Morgen besucvht, hast du schon etwas Kaffee getrunken. Nach zwei Tagen holt dich Hr. Hasiba mit dem Auto ab und bald kannst du wieder alles essen. Dr. Oser besucht dich einmal noch zu Hause und erklärt, daß alles in schönster Ordnumng sei. Darüber ist wohl niemand froher als ich.
An einem Sonntag fahren wir mit dem Autobus nach Radegund, gehen nach Rinnegg und fahren über Annagraben wieder nach Hause. Später fährt Vati mit euch dieselbe Strecke, aber er führt euch auf den Novystein. Jetzt wird fast überall auch Christof mitgenommen und das freut dich sehr; es ist doch lustiger zu zweit.
Es ist heuer ein sehr heißer Sommer. Vormittag im Garten wird nackt gegangen, ihr seid schon recht gebräunt, aber auch nicht wenig schmutzig, wenn ih mit Frau Huber heraufkommt. Nachmittag geht Opa täglich in den Stadtpark.
Am Pfingstmontag fahren wir alle samt Opapa mit dem neuen "Steiererbus" in die Waldheimat. Die Fahrt in dem schönen Wagen ist ein großes Vergnügen. Herrliches Wetter!
Auch unter der Woche, wenn ein schöner Tag ist, fährt Mutti mit dir nach Radegund ins Bad. Dort ist es besonders schön herumzutollen.
Ja und jetzt kommt Franzis Hochzeit und du und Roswitha sollen Schleiertragen. Mit einem reizenden Biedermeierstrauß ausgerüstet, Roswitha hat ein Körbchen, warten wir auf den Fiaker, der uns nach Liebenau bringt. Das ist wieder etwas Besonderes, mit dem Fiaker fahren zu können. Nach der Hochzeit darf auch Christof mitfahren.
Dann kommt eine Steirerbusfahrt Stradern - Gleichenberg, die auch zur Zufriedenheit ausfällt.
Ende August fährt Vati mit dir auf die Stanglalm. Es sind herrliche Tage, nur im Wald und auf der Almwiese herumzuspringen. Und als ich mit Christof euch abhole, da gibt es viel zum Zeigen und Sagen. Die schöne Aussicht nach allen Richtungen, dann, wo viele Preiselbeeren wachsen und wie man sie pflückt - das mußt du alles erzählen, Auch einen Ofen hat Vati gebaut und mit Pech geheizt - das war ein Vergnügen! Vor dem Schlechtwetter fahren wir über Stanz (Muliwagen) und Kindberg wieder nach Hause. Mit der Stanglalm-Wirtin habt ihr gute Freundschaft geschlossen und auch recht brav gegessen: 11.8.50 23,40 kg, 6.10.50 24 kg.
Eine schöne Herbstfahrt ist es mit dem Steirerbus "Über den Rechberg zur Riegersburg". Bei der Besichtigung der Burg interessiert dich auch schon manches. Auch das ist ein schöner Sonntag.
Dafür ist die nächste Fahrt in die Soboth eine total verregnete. Man sieht überhaupt nichts, es regnet immerfort, so daß wir froh sind, als wir nach Graz kommen.
Ende Oktober ist eine Rätselfahrt mit dem Steirerbus angesetzt. Vati hat schon längst das Rätsel gelöst - wir wissen genau, wo es hingeht, obwohl bei der Abfahrt die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen wird. Es wird daraus eine Fahrt ins "Weiße"; es hat geschneit und überall ist eine schöne Winterlandschaft. Es geht üpber Judendorf, Lieboch zum Engelweingarten, dann zur Burg Deutschlandsbergh und über Schlieb (Wastian) nach Hause.
Dafür sollte heuer überhaupt kein Winter kommen. Es ist nicht einmal zum Rodeln; vom Eislaufen keine Spur.
Sonntag vormittag geht Vati mit euch ins Kino zur "Spielzeugschachtel" und den "Mann im Mond". Im Opernhaus ist die "Fahrt ins Wunderland" mit Hexen und einem Drachen. Viel besser gefällt die aber "Rumpelstilzchen" im Schauspielhaus.
Zu deinem Namenstag (4.11.) bringt dir Tante Paula den ersten "Matador". In Kürze hast du jedes Stück aus der Vorlage gebastelt. Auch ein Kegelspiel ist ein Vergnügen, du kannst ganz richtig aufstellen. Viel wird schon vom Krampus geredet und das Gewissen ist nicht ganz rein (Selbsterkenntnis).
Und richitg kommt St. Nikolaus höchstpersönlich zu euch, hält die Sünden vor und nimmt das Versprechen zur Besserung ab. Du bist reueerfüllt und hast wohl Angst vorm Krampus, der vor den Türen klirrt. Die Schuhe im Fenster sind am Morgen mit guten Dingen gefüllt, aber auch eine große Rute ist da!
Auch heuer sind wir bei Fr. Wolfbauer zum Kasperltheater eingeladen, es wird sehr nett gespielt und der "Kasperlnikolaus" gibt jedem Kind ein Päckchen.
Weihnacht 1950: Genau rechnest du dir auf dem Adventkalender aus, wann das Christkind kommt. Es ist ein Sonntag. Trotzdem wird es recht spät; es kommen die Großeltern und noch immer nichts! Die Geduld ist schon sehr auf die Folter gespannt - als auf einmal die Salontüre von selbst aufgeht und ein wunderschöner Lichterbaum dasteht. Ist das eine Freude! Gerade spielt man im Radio "Stille Nacht, heilige Nacht". Un djetzt die Geschenke. Als erstes entdeckst du einen herrlichen Laufroller mit Bremse, verchromten Kotschützern, verstellbarer Lenkstange - ja, da bist du ganz weg! Und dann: Dreißig Farbstifte "Stabilo" in allen Schattierungen in einer Blechschachtel, du kommst aus dem Staunen garnicht heraus, dazu Malhefte; und wieder ein Matador, aber schon ein größerer! Ein Bilder-Lotto und schöne Schwarz-Peter-Karten erregen immer deine Bewunderung. Man weiß garnicht, was zuerst spielen. - Am Morgen ist die erste Sorge, ob wohl noch alles da ist. Vati hilft dir gleich beim Matador und baut ein Hammerwerk, da hast du große Freude daran. Später wird daraus eine Nähmaschine, ein Windrad und ein liebes Ringelspiel, das Vati auswendig baut.
Etwas Neues und Liebes ist der Satz: "Mutti, ich bin dein Büable." Abends ziehst du dich auch schon allein aus und wenn Mutt viel zu tun hat, gehst du mit Christof schlafen; wenn du ihm dabei den Pyjama verkehrt anziehst, so macht es dir nur einen Spaß. Im Bett denckst du ihnfürsorglich zu, gibst ihm ein Kreuzerl und dann wird gebetet. Von Ruhe ist aber nicht zu redn, denn jetzt kommt erst der Übermut. Nur wenn der "Wachmann" läutet, dann wird es still. Geht Mutti auch gleich schlafen, dann ist es nett. Karlpeter erzählt ganz reizend und sehr genau schon viele Märchen. Christof's Liebhlingsmärchen ist "Hänsel und Gretel"; das muß fast täglich erzählt werden. Dann höre ich von zwei Seiten: "Gute Nacht, Mutti! Ich bin dein Büable!" und gleich habt ihr auch schon eingeschlafen.
Knapp vor Weihnachten erlaubt Vati, daß du am Abend ins Opernhaus zu "Gräfin Mariza" mitgehen kannst. Wir haben eine Balkonloge und da siehst du schön ins Orchester und auf die Bühne. Wir staunen, welches Interesse du für die Musik hast und dir gar kein Schlaf kommt. - In der nächsten Zeit bist du daheim beim Radio - wenn Musik ist - immer Dirigent; aber genau abgeschaut!

 

1951

 Schöckl Mariatrost
Aussee Grundlsee Velden
Schöckl Schöckl Hochturm
Weihnachten 1951

Und weil dir die "Mariza" so gut gefiel, kommt als Geburtstagsgeschenk die "gold'ne Meisterin" dran. Ja und das Büable ist schon sechs Jahre geworden! Sechs Kerzen brennen auf der Geburtstagstorte - und viele gut Wünsche begleiten dich zu diesem Tag! Nicht zu glauben, wie rasch die Zeit verfliegt. Und was bringt Vati zum Geburtstag? Einen noch größereren "Matador"! Da geht's ans Bauen! Natürlich macht Vati die großen Sachen, die sind für dich viel zu shcwer. Als erstes wird ein Aufzug fertig, der hinauffährt und oben selbst ausleert; das ist fein! Dann kommt, von Vati selbst erdacht, ein Lift mit zwei Stockwerken. So gibt es immer etwas Neues.
Mit dem Rodeln ist heuer nichts, es ist wenig Schnee; das Frühjahr birngt schlechtes Wetter und der Osterhase versteckt die bunten Eier im Zimmer.
Ein großes Ereignis ist die Eröffnung der Schöcklseilbahn Ende April und am 1. Mai fahren wir mit dem Opa nach Radegund und voller Erwartung geht es zur Talstation. Bald sitzen wir in einer "silbernen" Gondel und schon schwebt man fast senkrecht empor über Baumwipfel, Wiesen und Bauerngehöfte. Ehe man es sich recht versieht, ist man schon oben angelangt. Alle sind begeistert, auch Opa. Am Plateau ist es ziemlich kalt, Schneeflecken sind noch da, an freien Stellen viele weiße Krokusse.
Zu Fronleichnam, am 24. Mai, in Maria Trost.
Große Freude gibt es, wenn Mutti an Wochentagen auf den Schöckl fährt. Einmal bleiben wir drei Tage oben. Abends bist du von Graz mit den vielen Lichtern begeistert.
Schön ist eine Steirerbusfahrt nach Seckau (25jähriges Primizjubiläum Abt Reetz). Es gefällt dir gut die schgöne Kirchge mit der herrlichen Beleuchtung. Über Judenburg und Stubalpe geht es nach Hause.
Am 1. Juli herrliche Fahrt mit dem Steirerbus nach Aussee. Als wir wegfahren regnet es, die Freude ist umso größer, als auf dem Präbichl plötzlich blauer Himmel und Sonne da sind. Die Fahrt durchs Gesäuse ist prachtvoll. In Aussee ist ein Festzug anläßlich der 100-Jahr-Feier der Bürgermusikkapelle. Das ist etwas für dich! Unter dem Motto "Ein Jahrlauf im Ausseerland" ziehen die Monate vorbei: Der Jänner mit denSternsingern, Eisschützen, Skifahrern, Feber mit den Trommelweibern, Flinserlmännern u.s.w. Der Prinz Johann, Bauernhochzeit, ein Sudhaus, Almabtrieb, die Jagd und im Dezember die großen Krampusse und ein schöner Nikolaus. Immer wieder Musikkapellen in ihren schönen Trachten. Als der Zug vorbei ist, fahren wir zum Grundlsee. Schon wartet ein Dampfer für eine herrliche Rundfahrt. Es ist ein großes Vergnügen, das erstemal mit einem Dampfer zu fahren. Du hast dir allse gut angeschaut!
An einem schönen Wochentag fahren wir mit Vati auf die Pack, in einem ganz neuen Klasgenfurter-Postautobus. Wir wandern dann ein Stück gegen die nHebalm; abends geht es wieder zurück.
Ein selten schöner Tag ist die Fahrt zum Wörthersee. Außer der Fahrt über Pack und Griffenberg, gibt es in Velden alles Mögliche zu bestaunen. Die vielen Segelboote, die schwimmende Musikkapelle, die Wellenreiter und eine Rundfahrt mit einem Motorboot ist der große Wunsch. Und dann kommt ein großer Dampfer und nimmt uns mt bis Maria Wörth! Mit vielen neuen Eindrücken geht es abends ab Klagenfurt wieder mit dem Steirerbus heim.
Und wieder fahren wir auf unseren Hausberg. Diesmal nehmen wir Mina und Grete mit, die noch nie oben waren. Du erklärst ihnen natürlich alles.
Nach Radegund ins Bad zu fahren ist immer ein Vergnügen und viel zu schnell vergehen die Stunden.
In der Weihermühle gefällt es dir auch gut; da gibt es Bretter zum Herumschwimmen, das ist sehr lustig.
Große Freude herrscht, als Vati mit uns zu einem Freitag mit dem Triebwagen nach Leoben fährt. Von dort auf den Prebichl und dann mit dem Sessellift auf den Polster bei strahlendem Wetter. Nun geht es auf den Hochturm (Der erste Zweitausender)! Eine erstaunliche Leistung für euch beide. Ein herrlicher Gipfelblick lohnt die Mühe. Abstieg über die Leobnerhütte wieder zum Präbichl.Anschließend fährt Mutti mit dir auf die Stanglalm. Es gibt ein fröhliches Herumtummeln auf der schönen Almwiese; nach drei Tagen müssen wir wegen einer Darmverstimmung nach Kindberg absteigen. Trotzdem es dir elend its, gehst du brav. Daheim angekommen, bist du gleich wieder gesund, worüber ich michsehr freue.
Am 9.9. fahren wir mit dem Steirerbus über das Preiner Gscheid auf die Rax. Auf dem ausgedehnten Plateau machen wir eine schöne Wanderung und die Rückfahrt geht über den schönen Semmering. Die
Russenkontrolle ist für dich etwas Besonderes.
Am 10.9. Schulbeginn! Ein neuer Lebensabschnitt für dich! Die Wünsche für viel Erfolg sollen dich immer begleiten. Der Abschied von Mutti ist etwas tränenfeucht, doch schnell hast du dich auf die neue Ordnung umgestellt.
Am 18.9. bringst du voll Stolz und Freude den ersten Einser. Es gibt schon viel zu denken und Aufgaben zu machen, die meistens gut gelingen und mit einem Einser belohnt werden. Christof wartet schon immer auf dich und wenn du Nachmittag frei hast, fahren wir an schönen Tagen nach Rinnegg, gehen auf den Novystein oder zurück nach Maria Trost.
Eine Herbstfahrt kommt noch in die Weststeiermark.
Schnell vergeht die Zeit und es kommt auch schon der Dezember, der für dich besonders ereignisreich ist. Das Gewissen ist nicht ganz rein und so ist die Furcht vor dem Kramps da. Besonders, als er am 5. abends an die Türe klopft und rasselt. Da hilft schnell ein Gebet und er ist weg. Du hast immer den Nikolaus erwartet; er hat sich verspätet und ist im Auto vorgefahren, als ihr schon im Bett seid. Vati hat es ihm gesagt und er füllt alle hinausgestellten Schuhe. Auf die große Rut hat er nicht vergessen.
Mit Vati bastelt du fleißig Krippen und einen Adventkalender. Da wird jeden Morgen genau geschaut, wann das Christkind kommt. Endlich ist der hl. Abend da. Vati schickt uns auf den Scjhöckl. In der Stadt ist dichtester Nebel. Und die Überraschung! Wähend der Gondelfahrt auf einmal blauer Himmel und strahlende Sonne. Oben auf der Trasse 20° Wärme und unter uns das Nebelmeer. Gegen Abend fahren wir von der sonnigen Höhe wieder in den Nebel zurück. Daheim kommt bald das erserhnte Christkind und bringt im Salon einen schönen Christbaum mit vielen Lichtern. Und in dem Lichterbaum sagst du, ganz überraschend für uns, dein erstes Gedichtlien: "Das Christkindlein ist heut zu mir gekommen und hat ein Bäumchen schmuck und fein vom Walde mitgenommen. Hab' Dank du liebes Christkindlein für all die schönen Sachen, ich will gewiß recht artig sein und Dir viel Freude machen." Es ist reizend gesprochen, zur Freude aller, besonders aber für mich. Und dann kommen die vielen Geschenke dran; als Höhepunkt, elektrisch betzriebene Maschinen mit wirklichem Moto und Lichtern. Der Abend ist viel zu kurz, um mit allem zui spielen; auch für uns vergeht dieser Abend immer zu schnell!
Am Christtag sind wir im Opernhaus bei "Der Zwetschkenkrampus in der Christnacht". Leider kommt während deiner Weihnachtsferien kein Schnee; es macht dir nichts aus. Da ist wenigstens Zeit zum Spielen.

1952

Platte 1952 Muttertag
Priebitz Wien
Mariazell 1952 Schöckl
1952 Hl. Abend Schöckl

Im Jänner gibt es viel Schnee und wenn du frei hast, wird gerodelt (Auf der Platte).
Zum Geburtstag leuchten schopn 7 Kerzen! Mutti geht mit dir zum "Land des Lächelns"; du verstehst es gut.
1.a Klasse der Muchar-Volksschule "Graben I" Am 9.2. ist der große Tag des ersten Zeugnis. Wirklich bringst du lauter Einser! Uns ist es eine Freude und du bist auch recht froh darüber. Viel hast du schon gelernt und jetzt kommt die Aufregung! Ab nächster Woche wird mit Tinte geschrieben.
Im Frühjahr ist es im Garten sehr schön, im Sand zu bauen und spielen.
Die Auferstehung machen wir in Maria Trost mit und der Osterhase versteckt heuer viele bunte Eier im Garten. Ein lustiges Suchen überall!
Am 1. Mai Ausflug von Oisnitz nach Schlieb und Lannach.
Am 4. Mai von Rinegg auf die Erhardshöhe nach Stattegg.
11. Mai Muttertag! Wieder eine große Überraschung für mich; du stehst mit Vati und Chjristof im Salon mit reizenden Blumen und folgende Worte höre ich: "Mein Herz ist so von Wünschen voll, ich weiß nicht, was ich sagen soll; der liebe Gott, er mög' dir geben, viel Glück und ein recht langes Leben. Und lauter sorgenfreie Tage mit wenig Mühe, wenig Plage. Ich will auch immer artig sein und jeden Tag dich recht erfreu'n".
Wir fahren mit dem Steirerbus nach Tragöß zum grünen See und wandern gegen die Priebitz. Mit Vati wird im Wals herumgestöbert und was bringst du da? Ein abgeworfenes Hirschgeweih! Du bist nicht wenig stolz darüber. Bei der Herimfahrt geht es durch zwei schwere Gewitter hindurch.
Jetzt wird von einer bevorstehenden Wienreise gesprochen und auf euer Benehmenb geachtet, ob ihr wohl mitfahren könnt. Es sollte eine Pfingstfahrt werden und es ist dieses Fest kaum zu erwarten. Richtig geht es am 1. Juni (Pfingstsonntag) wirklich los. Schon am Bahnhof gibt es eine Überraschung, denn es wartet der "blaue Blitz"; das neueste Triebwagenmodell der Wiener Frühjahrsmesse auf die Abfahrt. Herrlich ausgestattet, gibt es viel anzuschauern und in 3 1/2 Stunden in Wien! Um 6 Uhr fahren wir ab und nach sehr feriner Fahrt über den Semmering, auf den hast du dich besonders gefreut, kommen wir um 9.30 Uhr nach Wien. Vati führt absichtlich durch lauter kleine Gassen zum Quartier, da bist du sehr enttäuscht, gar nichts Besonderes. Darauf gehen wir gleich in den Stephansdom, da geht das Staunen an!! Firmungskorso in Wien! Ein einzig schönes Bild von Blumen und Schmetterlingen auf den unzähligen Fiakern und Autos. Die neugegossene Pumerin ist auch neben der Kirche zu sehen. Dann kommt die Kärntnerstraße, es ist gerade ein Schaufensterwettbewerb im Zeichen der Wiener Operette! Nachmittag fahren wir mit dem Lift im Hochhaus und haben einen eizig schönen Blick über Wien. Da gibt es ein Schauen, nach allen Richtungen dieses Häusermeer! Nachher gehen wir durch die Mariahilferstraße zum neuern Westbahnhof, der sehr imponiert; ganz mondän! Montag früh, nach Besuch der Karlskirche geht es mit der Straßenbahn (das ist etwas!) nach Schönbrunn. Es gibt drollige kleine Bären und viele Tiere, die du noch nicht gesehen hast. Sehr originell sind die Seehunde und die Giraffe. Wir können alles in Ruhe anschauen und Mittag fahren wir mit der Stadtbahn (größtes Vergnügen) über den ganzen Kai zum Prater. Wir gehen zur Reichsbrücke und der Donaustrom macht großén Eindruck. Viele Fahrten (Grottenbahn, Hochschau- und Wasserbahzn, Ringelspiele und Autofahrten) darfst du mitmachen; die Liliputbahn gefällt dir besonders. Als Abschluß fahren wir gegen Abend mit dem Risenrad! Lichter beginnen schon in der Stadt zu blinken und der Prater mit den Firmungswagen in herrlicher Beleuchtung ist von obenm ein schönes Bild. Es ist zugleich der Abschied von Wien, denn wir fahren mit dem Nachtzug wieder nach Hause!
8. Juni: Narzissenkorso in Maria Zell! Steirerbusfahrt über Mürzsteg. In der Kirche interressiert dich heuer schon die Schatzkammer. Der Korso bringt wunderbare Wagen; alles im Zeichen der Narzisse. Heimfahrt über den Seeberg.
12.6. Wir fahren nach Straßengel. Dort treffen wir uns mit Prof. Tautscher und wandern über die Höhen zurück nach Gösting.
15.6. Zur Fronleichnamsprozession nach Straßengel! Wanderung nach Plankenwarth und zurück über den Höhenweg.
22.6. Ausflug auf den Plesch von St. Oswald aus.
Es ist sehr heiß, da fahren wir nach Radegund ins Bad. Diesmal gibt es ersten Schwimmunterischt. Prof. Bauer ist draußen. Sie ist für den Anfang zufrieden und du hast große Freude daran.
6.7. Steiererbusfahrt auf den Erzberg und den Polster. Vom Lift aus prachtvolle Aussicht. Vormittag am Lreopoldsteinersee.
13.7. Auf den Hochlantsch! Mit Vati und Grete durch die Bärenschütz nach Schüsserlbrunn, hinunter Schafferwerke. Du gehst sehr brav.
Mit dem Schulschluß bringst du ein schönes zeugnis, womit wir alle Freude haben.
25.7. Den Namenstag von Oma und zugleich von Christof verbringen wir auf unserem Hausberg.
3.8. Wir fahren nach Rinegg, wandern über die Klaus zur Seilbahn und fahren auf den Schöckl.
13.8. mit Vati ins Radegunderbad und auf den Schöckl.
15.8. mit Vati zum Thalerhof (Segelfliegerwettbewerb)
Ende des Mo0nats ist ein schöner Ausflug mit dem Autobus nach Arzberg und dann hinauf zum Schöcklkreuz und nach Rinegg wieder zum Autobus.
Anfang September Fahrt zur Festenburg und zum Stift Vorau.
Herbstfahrt nach Radkersburg, Platsch, Ehrenhausen.
Es geht das 2. Schuljahr an! Du freust dich, daß du den Herrn Oberlehrer hast.
An Sonntagen werden noch einige nette Ausflüge in die Schöcklgegend und auf den Plesch nternommen.
Bald ist dein Namenstag da, der mit den Großeltern gefeiert wird.
Je näher der 6. Dezember kommt, desto mehr Versprechungen werden zur Besserung abgelegt, die Sache scheint doch nicht ganz geheuer. Und als es läutet und klopft, gibt es große Angst; ebensovile Freude am Morgen über die "gefüllten" Schuhe im Fenster.
Der heilige Abend ist da und wir fahren wieder auf den Schöckl. Wieder gibt es schöne Sonne und auch Schnee. Mit großer Erwartung und Spannung fahren wir abends heim und wieder ist das Christkind gekommen. Und diesmalö geht der große Wunsch in Erfüllung! Die elektrische Eisenbahn bzw. Triebwagen ist da! Da gibt es helle Freude und veil zum Ausprobieren. Gut, daß Ferien sind, denn beim Spielen vergeht die Zeit zu schnell.
Am Silvesterabend darfst du mit ins Opernhaus zur "Fledermaus" gehen. Es gefällt dir sehr gut; besonders der "Frosch" ist ein Hauptvergnügen.

1953

Schöckl 1953 Geburtstag
Eggenberg Eggenberg
Ostern
Erstkommunion Gmunden Semriach Großglockner
Großglockner Hallstatt Bad Aussee

Im Jänner gibt es am Schöckl eine Slalomlauf. Von Onkel Toni habt ihr Brettln bekommen und die werden natürlich mit Begeisterung mitgenommen. Ein herrlicher Tag, der viel zu schnell vergeht.
Der Geburtstag wird mit den Großeltern gefeiert. Auf deiner Torte brennen schon acht Lichter! Es ist unwahrscheinlich. Daß du gesund bleibst und uns viel Freude machst, ist der Wunsch zum heutigen Tage!
Etwas wollen wir mit Prof. Tautscher Fasching feiern, doch es wird nur eine halbe Sache - du hast gerade eine Grippe.
Am 19.3. gehen wir von Andritz auf den SAchöckl. Scöne Sonne und Vorfrühlingsstimmung.
Am 22.3. fahren wir nach Rinegg; Vati geht mit Christof zu Fuß auf den Scköckl, wir zwei fahren. Dafür gehen wir hinunter.
Am 25.3. mit Grete vom Fuß der Leber nach Buch und den Falschgraben.
Zu Ostern Gräberbesuch, Kalvarienberg, am Ostermontag, 6.4., nach Schloß Eggenberg.
Am 12.4. Schöckl mit Grete über Göstingerhütte - Steingraben herunter.
20.4. von St. Oswald auf den Plesch und zum "Abraham".
zu meinem Geburtstag üerrascht mich ein reizendes Gedicht.
1. Mai Grazer Messe.
Am 2. Mai Ausflug von Kainach nach Heiligen-Wasser, Geisthal, Pangratzen bis Eckwirt. Ein sehr weiter Marsch, wir sind froh, daß wir den Autobus noch erreichen. .
14. Mai, Tag der ersten hl. Kommunion! Einzug von der Schule in die Grabenkirche. Sehr nette Feier mit Kaplan Otter. Die schöne, einmalige Kerze hat dir Onkel Heinrich gebracht und macht große Freude. Nachmittag ist eine Maiandacht, nachher Besuch bei Onkel Toni und abends gehen wir alle ins Opernhaus zu "Hoheit tanzt Walzer"!
Pfingsten: Am Sonntag, 24.5., nachmittags im Opernhaus beim "Dreimäderlhaus". Am Pfingstmontag mit Triebwagen nach Leoben - Präbichl, Lift auf den Polster. Wanderung über Frauenmauer, Hörndlalm (Gewitter!!) zur Sonnschienalm. Nächster Tag Abstieg über Andrealm (herrliche Flora) zum Leopoldsteinersee, 6stündige Wanderung! Sehr brav gegangen.
12. Juni Zirkus Williams mit Eisbahn, vielen Tieren und schöner Ausstattung.
19. Juni Exkursionsfahrt nach Lenzing. Mutti hat Gelegenheit, dich mitzunehmen und es wird eine interessante und vom Wetter begünjstigte Fahrt. Zuerst nach Gmunden! Motorbootfahrt am Traunsee, Schloß Orth. 2.Tag nach Lenzing Zellstoffabrik und über Attersee, Mondsee nach Aussee. 3. Tag über Hohentauern, Judenburg, Gaberl zurück. Du bist sehr begeistert und auch sehr brav. Allgemeines Lob über Benehmen.
Am Sonntag, 27.6., Ausflug nach Semriach mit Autobus und zum erstenmal mit dem Sessellift auf den Schöckl. Abstieg zum Fuß0 der Leber.
Und schon naht der Schulschluß mit der Angst vor dem Zeugnis und mit Freude auf die Ferien. Der Abschluß ist nicht schlecht und mit guten Vorsätzen für das nächste Schuljahr wird die Schultasche aufgehoben.
Wir fahren öfters auf unseren Hausberg. Zum Baden kommen wir heuer gar nicht, es ist ein schlechter, kühler Sommer. Ein Schuco-Auto, das du als Belohnung für wirkliches Bravsein während unserer Abwesenheit.
Sonntags wird immer mit Vati gewandert und wir freuen uns, wie ausdauernd ihr im Gehen seid.
Als Höhepunkt der Ferien steht noch eine Fahrt auf den Großglockner bevor und viel wird um das Wetter gebangt. Endlich kommt der 6. September, der Tag der Abfahrt! Mit Steirerbus geht es über die Pack nach Klagenfurt-Wörthersee, strahlender Himmel begleitet uns, weiter nach Villach und hinauf nach Winklern. Dort gibt es großen Spaß über die Entdeckung einer Schaukelbrücke über die Möll. Der nächste - ebenso strahlende - Morgen bringt uns nach Heriligenblut und König Glockner zeigt sich von der schönsten Seite! Du bist ganz weg über diese Schönheit und die großartige Auffahrt, über die großén Parkplätze mit den vielen, vielen Fahrzeugen. Am Nachmittag geht es weiter zum Hochtor, wir wandern auf die Edelweißspitze - Aussicht auf 34 Dreitausender!!, eine Seltenheit - Abends kommen wir nach St. Johann im Pongau und fahren mit dem Sessellift zur allgemeinen Überraschung auf den Hahnbaum. Herrliche Fernsicht und sehr nettes Hotel (1200m). Nächsten Morgen geht es weiter über die kleine Dolomitenstraße, Paß Gschütt nach Gosau und Hallstadt. Nach einer Bootsfahrt mit Vati am See fahren wir nach Ober traun und mit der Schwebebahn zu den Dachsteineishöhlen. Gleich hinter dem Führer mit einer Karbidlampe darfst du gehen - das ist fürterlich aufregend - du kannst die Schönheit der Höhlen bewundern. Abends geht es weiter nach Bad Aussee. Da es am letzten Tag regnet, fahren wir zur besonderen Freude ins Salzbergwerk ein. Da gibt es zu schauen und zu bestaunen und als Abschluß eine lustige Fahrt. Nachmittag wird die Heimfahrt angetretne und ich glaube,. daß dir dieses schöne Erlebnis immer in Erinnerung bleiben wird.
Und wieder beginnt der Ernst des Lebens, die Schule. Du gehst mit großem Eifer dran und besonders lustig ist's, weil nun Christof ebenfalls beginnt unbd du mit ihm gehen kannst.
An den Sonntagen lassen uns einige nette Wanderungen ins Schöcklgebiet noch den Herbst genießen.
Schnell vergehen die Wochen, dein und Vatis Namenstag wird gefeiert und bald ist auch der Dezember da. Obwohl der Glaube an den Krampus schwankt, ist eine große Furcht da, besonders am 5., als es draußen poltert.
Der hlg. Abend kommt und wir fahren auf den Hausberg; hinauf bei herrlichsterm Rauhreif zu Fuß und bei der Abfahrt überrascht uns ein großer Lichterbaum vor der Talstation. Voll Erwartung geht es nach Hause und wirklich ist das Christkind schon gekommen. Eine besonders schöne Tanne ist heuer da, so hoch, wie das Zimmer. Für die Eisenbahn gibt es Wechsel und neue Schienen, Bücher, Spiele und eine Skibindung und Pullover. An den Feiertagen wird nur gespielt.

1954

Mariatrost"Goldene Hochzeit" in Mariatrost.
v.l.: Heinrich, Roswitha, Hannes und Paula Lex, Univ.Prof. Dr. Fischl, Maria und Karl Elis, Maria, Christof, Karl und Karlpeter Elis, Josef Freisinger.

Kindberg Turrach
Fischbach Fischbach
Kumberg
Fischbach

Am 1. Jänner fahren wir mit Ski auf den Schöckl. Herrliche Tage sind es bis zum 6. voll Sonne und täglichem Schifahren auf der Jahnwiese. Wieder gibt es prachtvollen Rauhreif, das eben eröffnete Schöcklhotel wird besichtigt und am Sonntag geht's mit Vati hinunter nach Radegund in die Kirche und einkaufen. Gut sind die Ferien verbracht. Als wir nach Graz kommen, hast du schon 38,6° Fieber. Nach zwei Tagen sinjd die Schafblattern da und das Schulgehen muß um 14 Tage verschoben werden. Ebenso versäumst du den netten Skikurs in St. Peter. Einigemale kannst du noch gehen, es macht großen Spaß mit einem wirklöichen Skilehrer zu fahren. Schnee gibt es heuer viel, aber ein anschließender Keuchhusten läßt uns nicht, den Winter richtig genießen. Ein Farbfilm "Die Besteigung des Nanga Parbat" gefällt dir besonders. Auch "Eine Königin reist um die Welt" ist für dich interessant.
Und schon wird dein 10. Geburtstag gefeiert! Es ist nicht zu glauben, daß das möglich ist.
In der Schule geht es gut vorwärts - Lieblingsfach ist Heimatkunde und die Planzeichnungen werden sehr schön ausgeführt, so daß immer ein großer Einser als Belohnung gebracht wird.; auf einmal geht auch Rechtschreiben sehr gut und immer machst du brav deine Aufgaben.
Ein schlechter Frühling läßt uns heuer garnicht hinauskommen.
Am 10. April feiern wir mit Freude die "Goldene Hochzeit" der Großeltern in Maria Trost.
Weiterhin ist ein schlechter Frühling - auch Ostern ist kalt und unfreundlich. Man kann nichts unternehmen.
Umso mehr freuen wir uns, daß eine zweitätgige Fahrt mit Steirerbus ins Burgenland bei herrlichem Wetter stattfinden kann. Über den Semmering geht es nach Eisenstaqdt und Rust am Neusiedlersee. Mit einer Plätte fahren wir auf den See hinaus und können die Eigenart der Landschaft bewundern. Besonders gefallen dir die vielen Störche in Rust. Am 2. Tag wird die Burg Forchtenstein besichtigt, die dein großes Interesse erweckt. Über Bad Tatzmannsdorf - Hartberg geht es wieder heim.
Am 1. und 2. Mai führt uns eine weitere Steirerbusfahrt über Birkfeld, Fischbach (kurzer Besuch bei Reisenegger), Schanz nach Kindberg und weiter zur Hubertushöhe. Über Turnau geht es wieder heimwärts. In Kindberg gefällt dir besonders der künstlerich geschnitzte Maibaum.
Am 4. und 5. Juli fahren wir mit dem Steirerbus auf die Turracherhöhe. Der schöne See und die herrlich blühende Alpenflora macht einen großen Eindruck. Mit Sessellift geht es zum Rinsennock (herrliche Aussicht). Am nächsten Morgen geht die Fahrt hinunter (größtes Gefälle !!) durchs schöne Gurktal zum Gurkerdom. Wieder gibt es Herrliches zu sehen und die Burh Hochosterwitz kannst du leider nicht besuchen, weil du auf einmal eine Magenverstimmung hast. Auf der Pack geht es dir schon wieder ganz gut.
Bald gbt es Schulschluß und Zeugnis - leider sind wir mit deiner Rechennote nicht zufrieden; alles übrige ist tadellos. Du freust dich schon auf die Ferien und auf eine Italienreise. Leider fallen alle Pläne ins Wasser, da Christof schwer erkrankt. Einige Sonntage geht Vati mit dir allein weg und erst Ende August ist es soweit, daß wir nach Fischbach fahren können. Mutti fährt mit Christof allein und auf einmal, nach einigen Tagen stehst du im Gasthof Mühlbacher. Das ist eine Überraschung! Vati hat dich in den Triebwagen gesetzt und du bist allein
nach Fischbach gekommen. Deine erste Fahrt ohne Begleitung! Etwas Angst hattest du wohl - Mutti will es gar nicht glauben. Die Strecke kannest du, weil Vati mit dir eine Woche vorher bis zur Schanz mitfuhr und ihr dann über Straßeck eine Wanderung machtest. Es kam aber ein arges Gewitter und so wurde von Straßeck mit dem Autobus nach Graz gefahren. Da für dich Höhenluft und Erholung notwendig ist, darfst du nun auch für 14 Tage in Fischbach bleiben. Das ist eine Freude! Es sind herrliche Tage, sonnig und warm. Besonderes Vergnügen ist es, mit Klein-Annelies spazieren zu fahren. Beim großen Markt am 1. September gibt es erst viel zu sehen! Die Tage vergehen viel zu schnell und ganz knapp kommen wir zum Schulbeginn wieder zurück.
Mit neuen Kräften geht es ins 4. Schuljahr. Nach einigen Wochen bekommst du Mumps - er geht ohne Folgen vorüber.
Erna's Hochzeit wird am 2. Oktober in Maria Trost gefeiert - natürlich bist du dabei mit guten Wünschen!
Ein schöner Herbstsonntag bringt uns nach Kinberg.
Radfahren ist für dich ein großes Vergnügen.
Die Fahrt ins Blaue mit dem Steirerbus am 31.10. ist natürlich sehr lustig, nach sehr vielem Hin und Her kommen wir nach Pöllau, Birkfeld und Anger, wo es einen gemütlichen Nachmittag bei Thaller gibt. Als Gast ist Sepp Trummer gekommen!
Zu deinem Namenstag gehen wir ins Opernhaus zur "Angelina" und am 5.12. zum "Christelfein".
Du freust dich über die süßen Gaben, die der Nikolaus ins Fenster legte und als es draußen poltert und klopft kommt wieder die Angst.
Der 8. Dezember ist schulfrei und wir können auf den Schöckl fahren. Oben gibt es Sturm und viel Schnee. Mit Schneeschaufeln auf der Veranda vergehen die Stunden wieder rasch. Nachmittag stapfen wir zum Westgipfel und sehen einen herrlichen Sonnenuntergang.
Und am heiligen Abend fahren wir wieder auf unseren Hausberg. Als wir nach Radegund kommen, gibt es dichtes Schneetreiben und wir können nicht zu Fuß hinausgehen, weil zuviel Schnee ist. So fahren wir mit der Gondel - es schneit lustig weiter, wir freuen uns, daß es weiße Weihnachten gibt, doch schon bei der Heimfahrt sehen wir, daß in der Stadt nichts vom Schnee zu sehen ist. Das Christkind ist aber schon gekommen - ein großer, schöner Baum seht da und alle Wünsche werden erfüllt. Ein großes Fußallspiel macht besondere Freude.
Das Schönste ist, daß ihr am 30.12. nach Fischbach fahren könnt, denn oben gibt es Schnee und Sonne! Schifahren und Rodeln macht großen Spaß.

1955

Landesturnhalle Fasching
Landesregierung
Tauplitz Niederschoeckl
Meran Meran Stilfserjoch
Sondrio Gardasee Venedig
Venedig Venezia Lido

Am 5. Jänner kommt Frau Perchtl und am 6. die drei Könige. Am 10.1. geht es gut erholt wieder heim und mit neuen Kräften zur Schule.
Freitag, 21. 1. gibt es wieder ein Ereignis: Eislaufen! Ist das eine Freude; mit einem Lehrer geht es flott vorwärts. Nach einer Woche kannst du schon übersetzen und rückwärtsfahren. Da ist es auch mit dem Eis zu Ende.
Samstag, ist ein Kinobesuch "Zirkuszauber".
27.1., dein elfter Geburtstag! Zehn Jahre sind vorüber - nicht zu glauben. Der innige Wunsch zu diesem Tage - Du mögest gesund bleiben, brav weiterlernen, um etwas Tüchtiges zu werden!
Samstag, 12.2., Zeugnis! Schön - bis auf Rechnen.
Abends Fachingsfeier bei uns. Sehr lustig, bis 2 Uhr früh hast du mitgehalten.
Dann folgt das Maskenfest in der Schule, wobei 2 Junker aus Florenz Aufsehen erregen. Ebenso bei einem lustigen Abend bei Tante Paula.
In der Karwoche nimmt euch Vati nach Fischbach mit. Leider gibt es Stürme und Schnee, so daß im Freien nicht viel zu machen ist.
Wieder gibt es etwas Neues: die erste Klavierstunde! Die Lehrerin ist von der Auffassung begeistert, hoffentlich gibt es Erfolge!
Am 15. Mai hat Christof den Tag seiner ersten heiligen Kommunion. Leider ist der Nachmittag verregnet, so wie viele darauffolgende Sonntage, wo nichts zu unternehmen ist.
Gerne geht ihr mit Vati an Samstag Nachmittagen ins Amt, da gibt es alles Mögliche zu tun.
Im Juni wagen wir doch eine Wochenendfahrt mt dem Steirerbus auf die Tauplitz und wirklich haben wir Glück mit dem Wetter. Am Samstag geht es bis Liezen durch das Gesäuse und Sonntag bis Klachau und mit dem, etwas steil angelegten Sessellift auf die Tauplitz. Es gibt noch viele Schneeflocken und eine ricvhtige Frühlingsstimmung mit unzähligen Schneerosen und Soltanellen. Der Dachstein und der Grimming zeigen sich von der schönsten Seite. Es gefällt euch sehr gut - wieder lernt ihr einen schönen Teil eurer Heimat kennen.
Sehr schlechtes Wetter, daher keine Ausflüge möglich.
Im Juli eine Wochenendfahrt zur Almrauschblüte auf den Radstättertauern. Es geht durch das liebliche Ennstal mit einem Abstecher auf die Ramsau. Leider beginnt es zu regnen; es gibt keine Aussicht und bei der Auffahrt auf den Tauern fahren alle Autos mit Nebellicht. Am Morgen ist es sehr schön, gute Sicht; es geht nach Tamsweg und durchs Murtal nach Judenburg. Dort regnet es bereits wieder, auch auf dem Gaberl ist es nicht schön. - Es ist besser, nichts zu unternehmen. Dafür wird schon von der Italienreise viel gesprochen und wir hoffen, daß sie heuer gelingt!
An einem Sonntag geht es mit Vati über die Leber über Niederschöckl auf den Schöckl, dann über Schöcklbartl nach Radegund. Die Wanderung gefällt uns sehr.
Einige Tage Schöcklaufenthalt verkürzen die Zeit bis zur sehnlichst erwarteten Italienrreise. Die Zeugnisse sind gut ausgefallen und so können wir uns richtig auf die Fahrt freuen; nur vor dem Wetter bangen wir, denn es ist ein ganz schlechter Sommer.
Am 30. August geht es also los! Der erste Tag bringt uns über Klagenfurt, Lienz, Bozen, Terlano nach Meran. Besonders interessant ist für euch der erste Grenzübertritt in Sillian, wo also die wirklichen Italierner zu sehen sind. In Bozen freut dich das schöne Obst und in Meran geht es gleich ins Bett, denn der nächste Tag bringt ja die große Aufregung! Das Stilfserjoch!! - Ob es wohl schönes Wetter gibt, daß wir hinaufkommen und wie die 48 Kurven auf der einen Seite aussehen? - Und wir haben Glück! Ein strahlender Morgen begeistert uns schon in Meran, wo wir noch vor der Abfahrt die herrlichen Parkanlagen bewundern. Dann führt uns die Straße durch herrliche Obst- und Weinkulturen bis zur ersten Kurve der Auffahrt. Da gibt es nun zu schauen, wie wir eine nach der anderen bewältigen und es immer höher ging. Nur 8 Kurven gingen glatt, alle anderen müssen reversiert werden. König Ortler zeigt sich in seiner ganzen Pracht. Es ist wohl eine einmalig schöne Auffahrt, bis wir die Paßhöhe von 2760m erreichen. Nach schöner Rast geht es ebenso interessant auf der anderen Seite wieder hinunter; zu den Kurven kommen noch Tunnels und Felsgallerien. Entlang am Ufer des Comosees, das dir schon den südlichen Charakter der Landschaft zeigt, kommen wir nach Mailand. Da gibt es zu staunen - der Riesenverkehr, das große Kaufhaus mit den Lauftreppen, die Skala; am meisten aber über den herrlichen Dom. Ich freue mich müber dein Vertsändnis für Kunst. - Der nächste Tag bringt uns wieder über den Comosee und Luganosee zum Largo Maggiore und über Locarno geht es das ganze herrliche Seeufer entlang (100 km) bis Stresa. Dort bringt uns ein Motorboot zur märchenhaften Isola bella!! Wieder kommen wir in eine herrlich gelegene Stadt - Bergamo! Mit all den großartigen Kunstschätzen wird dir sicher in schöner Erinnerung bleiben. Nun kommt der Gardasee an die Reihe. Auf der reizenden Halbinsel Sirmione machen wir Rast: Das größte Vergnügen ist das Baden im herrlich warmen See. Viel, viel zu schnell vergeht uns dabei die Zeit. Gut gefällt auch Verona mit den alten Kunstschätzen und der Arena. Nett ist auch der kleine Ort Soave mit dem schönen Kastell. Und dann kommt Padua mit der Basilika und dem Grab des heiligen Antonius. Wieder kommt ein strahlender Morgen und schon am frühen Vormittag sind wir in Venedig! Zu Fuß gehen wir durch die ganze Stadt, mit den kleinen Gäßchen und Brücken, wobei die Lagunen mit den verschiedenen Gondeln einiges Aufsehen erregen. Der Höhepunkt ist aber, als wir ganz unerwartet auf den Markusplatz kommen. Es ist zu viel des Schönen! Der große Platz, der Dom, der Campanile und der Dogenpalast! und alles bei strahlendem Himmel. Ein Vaporetto bringt uns zum Lido, wo die vierte Überraschung wartet - das Meer! Einige Stunden kannst du mit den Wellen um die Wette springen; es ist für dich wohl das größte Vergnügen. Gegen Abend fahren wir wieder mit dem Dampfer zurück durch den ganzen Canale grande (zwei große, englische Kriegsschiffe sind sehr interessant), um dann endgültig von diesem Märchen Abschied zu nehmen. Zur Nächtigung geht es nach Treviso. Dert letzte Tag führt und durch das romantische Kanaltal mit schönen Blicken zu den Julischen Alpen nach Tarvis und dann der Heimat zu. Möge dir diese einzig schöne Fahrt, die dir soviel Neues und Interessantes brachte in bleibender Erinnerung sein. Es freuen swich mit deine Eltern, daß ohne Störung die Fahrt gelang und wir von allen Reiseteilnehmern hören, daß euer Benehmen einwandfrei war.
Als Abschluß der Ferien geht es noch auf die Edelrautehütte und von dort auf den Bösenstein und den großen Hengst.
Und dann beginnt für Dich ein neuer Lebensabschnitt - die Mittelschule!
Ich schließe nun die Aufzeichnungen über die Tage deiner Kindheit. Möge, für dich, mein lieber Bub, die weitere Zukunft sonnig und hell sein! Dies ist der innige Wunsch Deiner Mutti.

1956


 

Katholische Jungschar
Urlaubsferien in Rimini

1957

 

 

1958

"Zauberer"

1959

 

 

1960

zu Pfingsten Firmung mit Patenonkel Ing. Stummer

 

1961

 

 

1962

Mopedtour nach Monaco

1963

 

 

 

Gewerbliche Berufsschule III für Buchdrucker in der Münzgrabenstraße

1964





 

Silvesterparty im Elternhaus Jahngasse 9

1965

 

 

1966

bundesheer

Bundesheer: Iselsberg am 26. April

1967

 

 

1968

 

1969

Maschinenmeister in der Universitätsbuchdruckerei "Styria"

1970

Miramare

Kavalla in Griechenland
Besuch von Schloss Miramare am 26. Februar

1971

im März

1972

Wohnung Vidmarstraße 118

1973

Schulschlussfeier

1974

Kurs in Heidelberg im August

1975

Ausstellung des Grafischen Gewerbes auf der Grazer Messe

1976

 

 

1977

Lehrerausflug

1978

Redoutensaal

1979

 

 

1980

Grafische Ausbildungskurse im WIFI

1981

Medienseminar im JKH am 15. März

1982

 

 

1983

18. September JKH-Fußballturnier

1984

Rodez (Spanien) am 14. Juli

1985

Grazer Frühjahrsmesse am 1. Mai / "Alpe Adria" in Venedig

1986

Marbella

1987

Exkursion Bad Loipersdorf

1988

Grundsteinlegung für Sporthalle im Berufsschulzentrum St. Peter

1989

Barbados am 17. Juni

1990

Preber

1991

8. Februar Wintersporttag am Seeberg

1992

Gautsch.Steirerkrone

Lehrergewerkschaft in Bozen
Gautschmeister von Hans Dichand am 1. Oktober in der Steirerkrone

1993

 Elis

 

1994

 

 

1995

 

 

1996

Piran Elis

am 7. April in Piran

1997

Cannes, 23. März

1998

3. April Teneriffa

1999

19. Oktober am Kahlenberg

2000

Filmstatist in Reichenau

2001

Tobago 

2002

Vereinigung der Regionen Europas in Bozen am 18. Oktober

2003

"Der neue Grazer" am 8. Juni

Elis 

2004

 

 

2005

UNI-Exkursion nach Zagreb am 8. Jänner

Elis 

2006

 

Krieau 14. September

2007 Elis 

2007

 

Steirischer Akademikerbund am 31. Mai

Elis

2008

 

 

Elis.Bruxxelles

2009

 

UNI-Exkursion Brüssel am 11. November
2010 Elis
2010   Kronen-Zeitung am 2. Dezember
2011 Elis Baku
2011   Staatsbesuch in Baku (Aserbaidschan) am 12. Oktober
2012 Elis
2012   Staatsbesuch in Argentinien (Buenos Aires) am 4. Dezember
2013 Elis
2013
2013 Elis 2013 Elis
Opernredoute am 26. Jänner
Staatsbesuch in Duschanbe (Tadschikistan) und Bishek (Kirgisistan) im März
2014 Elis
2014   Opernredoute am 25. Jänner

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